Vom Ende der Welt der Sonne entgegen

In FINISTERRE ist die Welt zu Ende (Das Wort bedeutet „Ende der Welt“). Dies meinten zumindest die Römer und die mittelalterlichen Jakobspilger. Wir sind ob des Wetters ebenfalls der Meinung. Im Süden leuchtet jedoch ein blauer Streifen am Horizont. Doch auf dem Weg dorthin sind noch einige Halbinseln zu umrunden und der eine oder andere Fjord auszufahren. So zieht sich die heutige Fahrt etwas in die Länge. Wir versäumen nicht viel. Mag es an den wieder schier endlosen Eukalyptuswäldern, der durchgehenden Bebauung oder dem Wetter liegen?

CAMOTO rühmt sich, dass längste Hórreo zu besitzen. Diese Speicher sollten früher die Feldfrüchte vor allem vor dem vielen Regen, man mag es kaum glauben, und den Schädlingen schützen. Heute sind die Bauten kaum noch in Gebrauch, jedoch sind viele liebevoll restauriert. Überall auf unserer Reise durch Nordspanien haben wir unzählige davon gesehen.

Und die lange Fahrt hat sich tatsächlich gelohnt. In BOIRO lassen wir uns bei den ersten Sonnenstrahlen nieder. Der Atlantik macht hier mangels fehlender Wellen seinem Namen wieder mal keine Ehre. Wir hören nur ein zaghaftes Plätschern am weitläufigen Strand. Abends kommt die Dorfjugend zum romantischen Stelldichein vorbei.

Die Sonne will genutzt werden. Keine Wolke zeigt sich am Himmel, doch es bleibt trotz der Flaute recht frisch. Unweit erstreckt sich die PRAIA DO VILAR im Halbrund über viele Kilometer. Da es Sonntag ist verlaufen sich einige Spanier an dem breiten Sandstrand, eine Handvoll Surfer versucht sich in den nun wieder tosenden Wellen. Und die Sonne versinkt das erste Mal während unserer Reise im Meer. Was für ein Postkartenfoto.

Über die vielen Menschen die mit langen Spießen in den flachen Buchten irgendetwas fingen, wunderten wir uns schon einige Male. In CARRIL können wir dem auf die Spur gehen. Die Männer stehen bis zum Bauch im Wasser, es ist Ebbe, und ziehen mit einem großen Rechen durch das Wasser. Jeder hat sein abgegrenztes Gebiet, nicht größer als Vaters Schrebergarten. Am Ufer wird dann der Inhalt der großen Bottiche sortiert. Es sind unterschiedliche Muscheln, die da im wahrsten Sinne geerntet werden. Und in der Bucht von PONTEVEDRA kommen uns bei einer kurzen Rast ungelogen zweihundert Menschen, wir haben sie gezählt, vom Parkplatz entgegen. Mit Rechen, Bottichen und Autoreifen „bewaffnet“ ziehen sie in die flache Bucht hinaus um Muscheln zu finden. Susanne meint, dass wäre eine Gruppe wie der Obst- und Gartenbauverein.

Nachdem wir die Eukalyptuswälder hinter uns gelassen haben, ist die Landschaft dicht bebaut und auch recht zersiedelt. Viele Mehrfamilienhäuser stehen leer. Da hat die Immobilienblase ihre Spuren hinterlassen. Dennoch finden wir immer wieder ruhige und einsame Fleckchen, wie die PRAIA LAGOS in der Nähe von BEUE. Runde Felsen wirken wie hingeworfen und laden Peter natürlich zum Klettern ein. Und die Sonne zaubert wieder Postkartenansichten. Sorry für diese Bilder, aber sie sind einfach zu kitschig und schön.

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