Porto muss noch warten

Nach einem sonnigen und gemütlichen Strandtag an der PRAIA DE CORRECO rollen wir hinauf zum MONTE DE SANTA LUZIA. Um über die engen Stufen auf die Kuppel der Wallfahrtskirche, die eine Nachbildung der Pariser Sacré Coeur ist, zu gelangen, darf man nur wenige Pfund zu viel und keine Phobien bezüglich engen Aufgängen haben. Der Blick über VIANO DE CASTELLO und die Küste entlang entlohnt die Anstrengung. Auf dem Vorplatz ist eine Gruppe junger Trommler im Anmarsch. Mit wuchtigen Schlägen und voller Kraft bearbeiten sie ihre Geräte und unser Trommelfell.

Das schöne Küstenstädtchen liegt am RIO LIMA. Auf der PRACA DA REPUBLICA flanieren die Einheimischen in der Sonne, Wichtelmädchen schlendern über den Platz, eine Gruppe Vespa Liebhaber verschwindet knatternd und in blauen Qualm gehüllt im Gassengewirr.

Unser Dicker erwartet uns an der PONTE EIFFEL, deren Architekt den gleichnamigen Turm in Paris geschaffen hat. Bei der Herfahrt wunderten wir uns über den unsinnigen Knick in der Fahrbahn. Der Eifel war jedoch pfiffiger als wir: die Autos werden per Rampe nach oben geleitet, während die Bahn im Untergeschoss den Fluss ohne Knick überquert.

Auf der Suche nach einem gemütlichen Plätzchen werden wir nach einigem Suchen bei BELINHO fündig. Der Strand ist übersät mit großen Kieselsteinen, die von den Wellen laut polternd am Strand durcheinander gewirbelt werden. Wir bleiben sicherheitshalber hoch über dem Meer, indem die Sonne wieder einmal rot versinkt. Sie sind einfach zu schön, diese Postkartenbilder.

Bei APÚLIA weitet sich der Strand mit seinen weitläufigen Dünen wüstenartig. Wäre nicht das Meer, könnte man sich in die Sahara versetzt fühlen. Am Sonntag flaniert der Portugiese an der, wie vielerorts, schön gestalteten Promenade. Ein Traktor zieht mangels schützenden Hafens die offenen Fischerboote an Land. Wir finden uns bei zunehmendem Wind hinter dem Dünenwall etwas geschützt vor der Gischt ein, bevor der große Regen beginnt.

Über Nacht haben sich um uns herum riesige Wasserlachen gebildet. Und es regnet und stürmt immer noch. Nur zaghaft hellt es von Süden her auf. Und tatsächlich, gegen Mittag lassen sich die ersten blauen Flecken am Himmel blicken. Für Porto, unser eigentliches Ziel, ist es heute schon zu spät. Also tingeln wir von Ortschaft zu Ortschaft, nicht vergessend, beim Lidl einen Einkaufsschwung zwecks frischer und knuspriger Semmeln einzulegen.

Die Nähe Portos, immerhin leben in dessen Großraum 1,3 Mio. Menschen, ist zu spüren. So ist PÓVOA DE VARZIM ein „typischer“ Badeort mit Casino und vielen, jetzt leerstehenden, Hochhäusern. VILA DO CONDE, an der Mündung des RIO AVE gelegen, hat sich etwas von seiner Ursprünglichkeit erhalten. Die Gassen muten fast mittelalterlich an. Jetzt zur Adventszeit erschallt aus vielen Lautsprechern, wie auch in andern Orten, Weihnachtsmusik. Hoch über der Stadt thront das CONVENTO SANTA CLARA. Das Aquädukt stammt nicht von den Römern, sondern aus dem Jahr 1714 und versorgte das Kloster mit Wasser. Hier oben verbringen wir, mit Blick auf das geschmückte Städtchen, auch die stürmische und regnerische Nacht.

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