Wolkentheater

Nachts hat uns der noch fast voll Mond beleuchtet, am Morgen ist der Himmel jedoch wieder grau. In der wunderbaren Karstlandschaft der SERRA DE AIRE E SANDEEIROS hängen die Wolken in den Olivenbäumen und der Wind treibt den Regen vor sich her. Da ist es ja in der Unterwelt gemütlicher. So steigen wir hinunter in die GRUTAS DE SANTO ANTÓNIO. Hier empfängt uns ein riesiger bis zu 45 m hoher Saal voller unterschiedlichster Tropfsteine: dünne und meterhohe Stalakmieten, baumstarkdicke Stalaktiten, gewellte Vorhänge und trocknende Spaghetti. Es ist eine andere und faszinierende Welt.

An der Atlantikküste scheint blauer Himmel durch den Regenschleier. Doch nicht lange währt die Freude an der PAREDES DE VITÓRIA. Bei wieder stürmischem Westwind schieben sich immer wieder Regenwolken heran, Aprilwetter eben. Und es gibt faszinierende Wolken zu fotografieren. Was waren wir um die Ortsverlagerung in der Nacht froh, Wind und Regen waren doch recht heftig. Doch am Morgen schaut der Himmel und so auch die Welt schon wieder etwas freundlicher aus. Ab und zu lässt sich die Sonne durch die schnell ziehenden Wolken blicken. Wir streben weiter zügig nach Norden. In FIGUEIRA DA FOZ kaufen wir ein und vespern an der langen Promenade. Die Auffahrt zum Aussichtspunkt BANDEIRA finden wir auf das zweite Mal. Der Blick reich weit die gerade Küste nach Norden entlang. Dann schleichen wir auf einer furchtbar schlechten Straße nach PRAIA DE MIRA. An unserem „alten“ Platz kommen wir zum Stehen. Der Sand liegt hier bestimmt einen viertel Meter hoch auf der Straße. Wie Schneeräumer bei uns, machen die Straßenarbeiter die Wege frei. Und Peter kommt zum Fliegen. Erst spielt er ein wenig mit dem Schirm. Doch die Dünen im Norden sind recht verlockend. Also wird zur Übung ein Spaziergang mit dem Schirm unternommen. Und da fliegen doch zwei Portugiesen über den kaum zehn Meter hohen Dünen. Nach einigen Mühen gelingt auch der Start und der Flug im laminaren atlantischen Seewind kann beginnen. Ein Traum: barfüßig und -häuptig mit kaum fünf Meter Luft unter dem Hintern über der Brandung zu fliegen. Da kommen Erinnerungen an Brasilien auf (war toll Andy, oder?). Nachdem die beiden Lokals landen, schwarze Wolken ziehen über den Atlantik heran, fliegt Peter fast bis vor die Haustüre zu Susanne. So hat sich Peter eigentlich das Fliegen in Portugal vorgestellt.

Kaum ist der Schirm im Schnellpacksack verstaut, kommt auch schon der nächste Regenschauer. Über Nacht nimmt auch noch der Wind zu, so flüchten wir am nächsten Morgen in den Windschatten an einen kleinen See unterhalb der Ortschaft und faulenzen den Tag ab: lesen, surfen bei freiem Wi-Fi im Internet, Blog schreiben; wir lassen es uns einfach gut gehen. Wenn das Wetter in den nächsten Tagen wieder sonniger und trockener wird, wagen wir eine Runde durch die Serra Estrela.

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