Land aus Granit

Umgeben von dichtem Nebel wachen wir auf. So stand das gestern aber nicht im Wetterbericht, auch hat der Mond in der Nacht noch durch die Dachluke geschienen. Ab und zu lässt sich die Sonne zaghaft blicken, aber meist bleiben heute die Wolken Sieger am Himmel. Dann bleiben wir halt in der Ebene und erkunden die kleinen Ortschaften.

Viele Hügel sind von einer Burg gekrönt, um in früheren Zeiten abwechselnd den Mauren und Spaniern trotzen zu können. Granit ist das prägende Baumaterial der Sierre da Estrela. Sei es die Landschaft mit den runden Felsen, wo wir uns wundern, wer sie so kunstvoll aufeinander geschichtet hat. Auch die Burgen, Kirchen und Häuser sind aus diesem vulkanischen Gestein und die Straßen sind natürlich damit gepflastert. So sind die Übergänge von Fels zu Mauer oftmals kaum zu erkennen. Manche Gebäude lehnen sich geradezu an die riesigen und kugelrunden Steine. Die hohen Mauern der Kastelle kommen ohne Mörtel aus, alleine das Gewicht verleiht ihnen ihre Wehrhaftigkeit. Wir erklimmt die Burgen in CELERICO DA BEIRA und LINHARES DA BEIRA. Vielleicht gibt gerade der heute meist bedeckte Himmel die schwere Stimmung richtig wieder.

Nach dem grauen folgt wieder ein sonniger Tag, den wir für eine nochmalige Durchquerung der SERRA DA ESTRELA nutzen. Der erste Stopp führt uns zu einem weiteren Granitdorf nach Folgosinho. Über einem gemütlichen Platz wacht eine kleine Burg mit prächtiger Sicht. Da wir keine fahrbare Straße über die Berge nach Manteigas finden, steigen wir erst einmal ins Tal ab, um dann auf bequemer Straße wieder Höhenmeter zu gewinnen. Inmitten von kugelrunden und bizarr durcheinander geworfenen Granitbrocken halten wir Siesta. Wikipedia schreibt: „Die Wollsackverwitterung ist eine besondere Erscheinungsform der Verwitterung von Gesteinen. Durch das Zusammenwirken von physikalischen und chemischen Prozessen entstehen kantengerundete Gesteinsblöcke, die wie Kissen, Matratzen oder eben wie Wollsäcke übereinander gestapelt liegen.“ Die Straße nach MANTEIGAS windet sich in endlosen und weiten Schleifen sanft hinunter ins Tal. Durch das Gletschertrogtal, das jetzt der RIO ZÈZERE für sich einnimmt, führt die Straße dann stetig hinauf zum TORRE. Die Sonne hat hier in den letzten Tagen die Schneefahnen vertilgt, kein Wunder bei dem strahlenden blauen Himmel. Trotzdem wird die Nacht wieder kalt werden. Weiter unten finden wir kurz vor Aldeia da Serra bei dem kleinen Kirchlein NOssa Senhora do Espinheiro einen Aussichtsbalkon für den restlichen Tag und die Nacht.

Dann verlässt uns das Wetterglück wieder etwas. Dichter Nebel hängt in der Ebene, der uns mitsamt Dauerregen bis nach AVEIRO begleitet. Wir nutzten das triste Wetter um unseren Dicken wieder etwas Pflege zukommen zu lassen, er braucht vermutlich neue Bremsen. Das verleiht auch uns dann wieder ein Gefühl der Sicherheit.

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