Vom Wein- ins Bergland

Wir verlassen den RIO DOURO um ihn erst wieder bei unserer Ausreise nach Spanien bei MIRANDA DO DOURO zu treffen. Die morgendlichen Wolken lösen sich schnell auf und die Weinterrassen entlang dem RIO PINHÃO liegen in der Sonne, da der frische Nordwind den Himmel blank putzt. Viele der Rebflächen mit den alten Steinmauern sind schon weniger anschaulich maschinengerecht gestaltet. Die Rationalisierung fordert auch hier ihren Tribut.

Müde von den vielen Sehenswürdigkeiten fahren wir an dem Herrensitz von MATEUS vorbei und durchqueren auch recht rasch VILA REAL. Danach sind die Straßen wieder kurvenreich und führen durch ein üppig grünes Flusstal. Doch hinter dem Bergsattel ALTO DE VELÃO ändert sich die Landschaft schlagartig. Wir schauen in ein tiefes Tal, die Hänge sind karg und von Feuern kahl gebrannt. Schnell lassen wir diese trostlose Landschaft hinter uns. Doch ab ERMELO wird es wieder grüner und lieblicher, wir sind im PARQUE NATURAL DO ALVÃO angekommen. Eine kleine Straße bringt uns hinauf zu einem kleinen Kirchlein mit Blick auf unser morgiges Ziel, die NOSSA SENHORA DA GRAҪA am MONTE FARINHA, dem Mehlberg. Peter wandert noch zum größten Wasserfall Portugals, dem FISGAS DE ERMELO, der sich leider in der Schlucht versteckt, entdeckt dabei aber wieder ein paar traumhafte Badegumpen am RIO OLO. Leider hindert ihn sein vom Fliegen lädierter Fuß am erfrischenden Bad, oder ist es doch eher das kühle Nass?

Unsere heutige Tour ist kurz, sie führt uns erst hinunter ins Tal und dann über eine überraschend breite Straße mit dreifachen Leitplanken hinauf auf den MONTE FARINHA mit dem ganz aus Granit gebauten SANTUÁRIO DE NOSSA SENHORA DA GRAҪA. Weit reicht der Blick über die etwas zersiedelte Landschaft und die sanften Hügel. Einige Steinmetze sind zu Gange, um Basaltblöcke aufzustellen und diese mit einfachen und seit jeher gebrauchten Werkzeug zu bearbeiten.

Auf dem Berg wird auch geflogen, Peter hat zu Hause schon ein Video davon gesehen. Doch der Wind kommt heute wieder einmal aus der falschen Richtung, nämlich aus Ost und ist genauso kalt wie der gestrige Nordwind.

Am nächsten Tag fahren wir ein großes Stück mitten hinein in die TRÁS-OS-MONTES, die Region „Hinter den Bergen“. Viel Landschaft gleitet viel zu schnell an uns vorbei, wie viel Zeit könnten wir hier noch verbringen. Ein Aussichtspunkt folgt dem anderen, an manchen bleiben wir für ein Foto stehen oder machen eine kurze Rast, an den meisten fahren wir nur vorbei. Am RIO BEҪA staunen wir wieder einmal über einen schönen glasklaren Bach und wünschen uns in den warmen Spätsommer.

Die Dörfer werden immer pittoresker. Die Häuser sind ganz aus Granit, auch gibt es wieder Horreos, die Speicher für allerlei Lebensmittel. In ATILHÓ wollte Peter eigentlich einen Fotorundgang machen, lässt es aber ob der mürrisch schauenden Männer lieber bleiben. Hier wird angeblich auch am meisten in Portugal geflucht. Dann taucht unser Tagesziel auf, der BARRAGEM DO ALTO RABAGÃO. Tiefblau ist das Wasser unter einem tiefblauen Himmel. Die geteerte Straße zieht sich dem Ufer entlang, die Orte liegen unmittelbar am Ufer, das wohl durch das Unwetter der letzten Tage überspült ist. Doch wir finden ein Plätzchen ausreichend hoch über dem Wasser und staunen wieder einmal über die Farbenpracht des Sonnenuntergangs.

Die Nacht war wieder einmal kalt. Raureif liegt auf den Gräsern, unser Dicker ist mit einer dünnen Eisschicht überzogen und der Wassertank ist leer. Doch sobald die Sonne über die Bergkuppe kriecht. wärmt sie uns mit ihren schon kräftigen Strahlen. Nach der langen gestrigen Fahrt, holen wir heute nur Wasser in einer nahen Ortschaft, schauen nach anderen Stellgelegenheiten, die aber alle unter Wasser liegen. Peter dreht noch eine Runde durch die wollsackverwitterten Steine, die wieder wie Schusser in der Gegend liegen, als wären sie beim Murmelspiel vergessen worden. Alles ist hier aus Granit, sogar die Zäune und Pfosten.

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