Sympathisches Bilbao

Als wir über eine Kuppe kommen, überrascht uns die Landschaft der SERRA DE LA MANDA. Langgestreckte Bergrücken, noch mit Schneeresten bedeckt, erheben sich über einer grünen Landschaft, die gerade aus dem Winterschlaf aufwacht. Wir sind hier immerhin auf 800 Meter Höhe. Auch die Ortschaften haben nun eine andere Ausstrahlung. In der Frische des Morgens erreichen wir SANTO DOMINGO DE SILOS, das von einem großen Kloster beherrscht wird. Dann schweben wieder Geier in luftiger Höhe, auf einem Felsen tummeln sich bestimmt zehn dieser großen Vögel.

In einer Kurve liegt plötzlich das verfallene MONASTERIO DE SAN PEDRO DE ARLANZA und lädt uns zur Mittagspause ein. Eine nette Frau öffnet uns einen Seiteneingang und so können wir durch das noch als Ruine beeindruckende Kloster spazieren. Gerade diese Orte gefallen uns beiden gut: einsame Sehenswürdigkeiten, die kein Reiseführer aufzählt und die wir zufällig entdecken. In COVARRUBIAS drehen wir noch eine Dorfrunde, kaufen gutes Brot ein und trinken am Marktplatz einen Rotwein. Wieder im Irgendwo stehen wir unter einem sternenklaren Himmel mit einem fast vollen Mond.

Die Nacht war wieder bitterkalt. Zu Hause fragen sie uns schon, ob wir wirklich in Spanien sind. Und es wird nicht wärmer, im Gegenteil. Der Himmel ist grau und die Wolken hängen tief. Das Thermometer klettert kaum über den Gefrierpunkt, ab und an liegt neben der Straße Schnee. Wir durchfahren ein Gewirr von tiefen Schluchten in denen das Wasser gurgelt. Wenn es wärme wäre würden wir jede Seitenstraße ausfahren In LA PALOMA, so heißt der kleine Ort wirklich, treffen wir auf die Straße unserer Anreise, das war am 1. November letzten Jahres, vor nun fast fünf Monaten, wir können es kaum fassen.

Die Straße senkt sich in engen Kehren hinunter in den Frühling. Die Wiesen sind wieder grün, die Bäume entrollen ihre ersten Blätter und es wird über 10 Grad warm. An der PLAYA DE VALDARENAS tanken wir gierig die Sonne und die Wärme. Dann marschiert ein Gleitschirmflieger an uns vorbei. Schnell ist der Schirm ausgepackt und Peter macht ein paar Hüpfer von den Dünen, zum oben bleiben ist der Wind leider etwas zu schwach.

Nach einem sonnigen Tag an dem weiten Strand schlägt das Wetter wieder um. Der Himmel ist grau, oft regnet es. Früh brechen wir auf und sind vor dem ersten Verkehr in SANTANDER. Im Vorbeifahren blicken wir auf die prächtigen Strände der Stadt. Danach ist die Landschaft wieder dicht besiedelt und es bietet sich kein Platz zum Stehen bleiben. Voller Schrecken sehen wir Schnee in den Bergen. So bleiben wir an der Küste und bringen heute viele Kilometer hinter uns und landen schließlich in GETXO direkt an der Mündung des RIO NERVIÓN. Die Wolken haben sich wohl genug ausgetobt und verziehen sich zum Abend hin.

Am nächsten Morgen strahlt ein blauer Himmel über uns und das Thermometer klettert auf über 20 Grad, ideal für die Besichtigung BILBAOS. War die Stadt früher geprägt von rauchenden Schloten und grauen Industriebauten, hat es den Wandel in eine moderne Metropole überzeugend geschafft. Die weltweit besten Architekten wurden engagiert, um das Image aufzupolieren. Der Frühaufsteher hat auch Glück mit dem Parkplatz; so stehen wir gleich bei der größten Sehenswürdigkeit: dem imposanten und kühnen und einzigartigen GUGGENHEIM MUSEUM. Wir können uns kaum satt sehen an den Perspektiven und den Lichtreflexen des Titans. Dann schlendern wir entlang der Promenade des RIO NERVIÓN in die Altstadt. Der Besuch der Markthallen ist natürlich fester Bestandteil unserer Besichtigungen. Auch hier überrascht uns in den alten Gemäuern das moderne Innere. Es dominieren neben den Obst- und Fischständen die Metzger. Riesige Mengen an Fleisch liegen in den Theken. Da Ostern bevorsteht und alle Spanier wohl viel Fleisch mögen, ist trotz der frühen Stunde schon viel los. Auch wir können dem verlockenden Angebot nicht widerstehen und decken uns für die nächsten Tag mit Fleisch ein.

Da es der erste warme Sonnentag nach langer Zeit ist, bleiben wir gleich an der PRAYA BARINATXE hängen. Viele Basken drängt es bei dem schönen Wetter an den Atlantik, manche gehen sogar baden. Als abends ein heftiger Sturm mit Regen über uns hinweg fegt, sind wir mit einigen wenigen Wohnmobilen fast alleine.

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