Zurück in den Pyrenäen

Anna Lena schickt uns ein Bild des Kirchleins SAN JUAN DE GAZTELUGATXE. Am nächsten Tag erspähen wir es von einem Aussichtspunkt auf einer kleinen Insel. Doch als wir zur Besichtigung abbiegen wollen, sind alle Parkplätze bereits überfüllt. Am Ostersonntag kamen viele Basken auf dieselbe Idee. Also fahren wir weiter und entdecken hinter MUNDAKA an der PLAYA SAN ANTONIO ein stilles Fleckchen. Im Laufe des Tages finden sich viele Familien mit kleinen Kindern an dem riesigen Sandkasten ein.

Der nächste Tag führt uns ins Landesinnere nach GUERNICA, der Heiligen Stadt der Basken. Seit dem 10. Jh. war es Sitz des Ältestenrates, der sich unter einer uralten Eiche versammelte. Dieses Symbol war es wohl auch, der die Nationalsozialisten am 26. April 1937 veranlasste, mit der Fliegerstaffel „Legion Condor“ dieses Städtchen in Grund und Boden zu bomben. Diese Unterstützung Francos war der erste direkte Luftangriff auf eine zivile Siedlung und ermordete 250 Menschen und verletzte nochmals ebenso viele. Schön zu sehen, dass dieses Städtchen mit Pforzheim eine deutsche Partnerstadt hat. Pablo Picasso nahm dies zum Anlass für sein Monumentalgemälde, dessen Original in Madrid ausgestellt ist.

LEKEITIO lädt zur Mittagspause ein. An dem weitläufigen Strand rennen Jungen und Mädchen dem Fußball hinterher, der Eifer lässt alle Taktikanweisungen der Trainer vergessen. Aber hier werden wohl die künftigen spanischen Fußballstars entdeckt.

Die Straße führt ins Hinterland, dann wieder hoch über den Atlantik an der Steilküste entlang. Wenn nicht ab und zu das Meer ins Blickfeld käme, könnte man sich ob der grünen und hügeligen Landschaft fast wie im Allgäu fühlen. Die Straßen sind gut aber schmal, ein Platz zum Stehen bleiben findet sich nicht. SAN SEBASTIAN, früher das Seebad der Könige und Reichen, ist um die Mittagszeit recht geschäftig; so bleibt uns nur eine Runde im Auto. In HONDARRIBA bleiben wir für die Nacht, gegenüber der Mündung der BIDASOA liegt schon Frankreich.

Dann verlassen wir Spanien und den Atlantik, nicht aber das Baskenland. Wir biegen ab in Richtung Pyrenäen, die wir nun auf der Nordseite erkunden wollen. Die Dörfer des LABOURD ziehen an uns vorbei: ASCAIN; SARE, AINHOA; ITXASSOU. Alle haben sich für die Touristen schick gemacht und heraus geputzt, nur in all diesen Dörfern dürfen Wohnmobile nicht einmal halten. So kurven wir weiter durch die grüne frühlingshafte Landschaft die uns auch wieder an das Allgäu erinnert. Große Schafherden verteilen sich auf den riesigen Weiden, die Gegend ist bekannt für ihren Käse. Wir machen einen Abstecher zum PAS DE ROLAND, ein Loch im Felsen, das wieder einmal der sagenumwobene Held mit seinem Schwert geschlagen hat, um seiner Gefolgschaft die Flucht vor den Mauren zu ermöglichen. Auf dem weiteren Weg finden wir keinen Platz zum Stehen: kein Picknickplatz, keine Ausweiche weit und breit. Zudem brennt das Gras auf allen Hügeln, die Berge verstecken sich hinter den braunen Rauchschwaden und hüllen auch uns ein. Schon etwas müde erklimmt unser Dicker den COL D’OSQUICH. Kurz dahinter entdecken wir ein kleines Sträßchen mit fantastischem Blick auf die schneebedeckten Berge der Pyrenäen. Leider ist auch hier der Panoramablick durch die vielen Feuer etwas getrübt.

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