Wir lieben Kirchen

Immer die schneebedeckten Pyrenäen im Blick fahren wir gen Osten. Nach den einsamen Stränden in Portugal scheuen wir uns vor der dicht bebauten Mittelmeerküste. So schlagen wir einen direkteren Heimweg ein und fahren über das Landesinnere durch das Departement Languedoc-Roussillon. Noch immer putzt der kühle und starke Nordwind den Himmel für die Sonne blank. Kurz vor TAUTAVEL lockt uns ein kleines Kirchlein inmitten weiter Rebfelder zum Verweilen. Über den Gipfeln der Pyrenäen türmen sich bereits hohe Wolken, das verspricht für Morgen leider einen grauen Tag mit viel Regen. Und so kommt es dann auch. Wir fahren Kilometer um Kilometer, NARBONN, BÉZIERS und ALÉS sind schnell durchquert. Dann kommen wir wieder in bekannte Gefilde, das fluss- und talreiche Gebiet der ARDÈCHE. Aber wie es in einer im Sommer überlaufenen Ferienregion nun mal ist, wir finden nur schwer einen Platz für die Nacht. Wir versuchen es dem LE CHASSEZAC entlang. Doch überall ist das Campen verboten. So macht sich Peter erst einmal auf den Weg hinunter in den Canyon. Der Weg führt malerisch durch enge Grotten und bizarre Felsgebilde, manchmal nur körperbreit. Es hätte keine Ritter Sport mehr Platz. Der Fluss setzt mit seinem Hochwasser die Wanderwege streckenweise unter Wasser. Und der Frühling treibt Blumen und Blätter farbenfroh ans Licht.

Nach den weiten Strecken der letzten Tage ist uns heute nach Faulenzen. LABLACHÈRE kennen wir noch von den Urlauben mit unseren Töchtern. Im Ort finden wir auf den zweiten Blick einen Bäcker mit überaus freundlicher Bäckerin. Es ist eine Freude, unter den vielen leckeren Broten auswählen zu können. Und wir stehen oben bei der Kirche alleine mit fantastischem Rundumblick. Wieder sind die Blüten eine Pracht, bei den Kastanien spitzen die Blütenkerzen schon aus dem zarten Grün hervor, schwarze Bienen und Hummeln sammeln fleißig für ihren Honig.

Wir fahren weiter in bekannten Gebieten. In JOYEUSE finden wir den Wollladen nicht mehr, der ältere Herr hat ihn bestimmt schon aufgegeben. Wir fahren an RIBES vorbei, hier verbrachten wir zwei Urlaube mit unseren Töchtern in einem schönen alten Haus. Die enge Straße schlängelt sich dem LA BEAUME entlang. Hier finden wir auch unsere alte Badestelle, nur mit viel mehr Wasser als im Sommer. Und LANGENTIÈRE ist wirklich der Ort, den wir mit diesem Namen noch verbinden. Wir drehen eine Runde und in alten Erinnerungen schwelgend trinken wir noch vor zwölf Uhr im Café am Fluss ein Glas Weißwein. Und wieder finden wir ein Gotteshaus für die Nacht. In SAINT-JULIEN-DU-SERRE stehen wieder neben einer romanischen Kirche mit Blick in die Berge. Vielleicht sollten wir künftig als Ziel Kirchen in unser Navi eingeben.

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