Rund um den Nationalpark Stilfser Joch

Keine drei Tage dauerte es, und wir sind schon in Italien angekommen. Um Portugal das erste Mal zu sehen, brauchten wir ganze acht Wochen. Naja, es liegt auch ein Stück weiter von Weißenburg entfernt. Doch zuerst begleitet uns der Regen noch ein Stück in den Süden. Bei EHRWALD zeigt sich ZUGSPITZE nicht, am FERNPASS prasseln noch Tropfen auf unseren Dicken. Doch langsam wird es heller und erste blaue Flecken zeigen sich am Himmel. Schnell lassen wir LANDECK hinter uns. Der Einkaufsschlenker nach SAMNAUNlohnt sich immer, der Diesel ist gut 25 Cent billiger als in Österreich, von Italien ganz zu schweigen. Der blaugrüne RESCHENSEE liegt bereits in der Sonne und verleitet zu einer ausgiebigen Rast. Im VINSCHGAUist die Apfelernte im vollen Gange und wie üblich zu dieser Jahreszeit sind die Straßen voller Traktoren und Touristen. So schleichen wir mehr oder weniger bis MERAN, um dann ins ULTENTAL hinauf zu fahren. Hier im NATIONALPARK STILFESER JOCH hält uns die Sonne ein paar Tage fest.

Beeindruckend sind die drei über 2000 Jahre alten Urlärchen, vermutlich die ältesten Nadelbäume Europas. Alle Honoratioren sind von Sturm, Schnee und Blitz gezeichnet und haben ihre Wipfel eingebüßt. Die Urlärchen, die schon an die 70 Generationen, das römische Weltimperium, und das tausendjährige deutsche Kaiserreich kommen und gehen sahen, sind ein augenscheinliches Symbol des zähen Überlebenswillens der Natur.

„Die Bäume sind die Säulen der Welt.Wenn alle Bäume gefällt sind,wird der Himmel auf uns herabfallen.“

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Einer der alten Urlärchen

Am Talschluss des ULTENTALS liegt der WEISSBRUNNSEE, zu erreichen über eine enge und kurvenreiche, aber gute Straße. Zum Ende hin regelt zur Freude des Fahrers eine Ampel den Verkehr. Etwas oberhalb des kleinen Stausees parken wir unseren Dicken und bleiben auch die Nacht in der abgeschiedenen Landschaft. Peter wandert „unbeschwert“, welch ein Genuss nach dem schweren Gepäck in Korsika, mit leichtem Rucksack zur HÖCHSTER HÜTTE am GRÜNSEE, dessen Wasser wirklich grün leuchtet.

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Grünsee

Dann zieht es uns schon wieder weiter. Schlussendlich landen wir im VAL DE MARE. Da wir schon am Mittag unser Tagesziel erreichen, lohnt noch eine Wanderung. Peter macht sich auf den Weg zu einem Giro dei Laghi. Gleich geht es durch einen alten Lärchenwald steil hinauf zum Stausee LAGO DEL CARESER. Der Blick reicht hier weit über die vergletscherten Berge, alle deutlich über 3000 m hoch. Drei natürliche Gletscherseen liegen am Weg: LAGO NERO, LAGO DELLE MARMOTTE und zum Ende hin der LAGO LUNGO.

Das Wetter bleibt sonnig. Also mache ich mich am nächsten Tag auf ins VAL VENEZIA, um auf die über 3000 m hohe FÜRKELESCHARTE zu laufen. Schon bald ist auf halber Strecke das REFUGIO LARCHER AL CEVEDALE auf einem Bergrücken zu sehen. Je weiter ich ins VAL VENEZIA komme, desto imposanter wird die Gletscherwelt, auch wenn sich das Eis wie überall in den Alpen schon weit zurückgezogen hat. Im Westen erhebt sich der MONTE CEVEDALE über seinen spärlichen Gletscherresten. Über die glatt geschliffenen Felsen rauscht das milchige Wasser herunter. Eine riesige Seitenmoräne zeugt von dem einst gewaltigen Gletscher und teilt das VAL VENEZIA in zwei Täler. Nach der Hütte verlässt der Weg das angenehme Grün und wechselt in eine Steinwüste. Auf der FÜRKELESCHARTE tut sich ein imposantes 360 Grad-Panorama auf. Zurück reicht der Blick über das VAL VENEZIA, auf der anderen Seite liegen die immer noch beeindruckenden FÜRKKELA- und ZUFALLFERNER unter mir. Ich steige noch etwas weiter auf 3200 m hinauf. Hier ist der Weg über ein kleines Stück Gletscher zur ZUFALLSPITZE, die noch einmal 500 m höher ist, gut zu sehen. Einige Gruppen kommen mit Steigeisen und Pickel bewehrt von der Gipfeltour zurück. Mir genügt heute dieser wunderbare Platz. Zudem ziehen erste schwarze Wolken von Nordwesten über die Berge, in der Nacht regnet es.

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360 Grad Panorama vom Fürkelegrat

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