Aus den Bergen hinunter an die Seen

Die fantastische Landschaft und das sonnige Wetter halten uns einen weiteren Tag in der BRENTA fest. Zunehmend genießen wir wieder unsere Freiheit, Zeit zu haben und uns von unseren Wünschen und Stimmungen leiten zu lassen. Von unserem Aussichtsbalkon, der MALGO RITORTO, schaute ich in den letzten Tagen immer wieder sehnsüchtig auf zwei Hütten inmitten dieser mächtigen und bizarren Berge. So steuern wir früh am Morgen den Ausgangspunkt VALLISINELLA an. Von hier führt der Steig durch schattigen Wald hinauf zu einem imposanten Wasserfall. Bald scheinen die ersten Felstürme durch die Baumwipfel der Lärchen, dann schlängelt sich der Weg durch haushohe Felsblöcke und über vom Gletscher glatt geschliffene Felsen, in denen das Regenwasser metertiefe Spalten gefressen hat. Umgeben von hohen Wänden liegt das REFUGIO FRANCIS FOX TUCKETT. Erst durch einen weiteren Felssturz im VALLE DEI FRIDOLIN, später auf einen Pfad in einer senkrechten Wand führt der Weg fast auf gleicher Höhe zum REFUGIO MARIA E ALBERTO AL BRENTEI. Himmelhoch ragen auch hier die Felswände auf, Dohlen spielen kreischend im Aufwind. Hinter der Hütte steht ein kleines Kirchlein mit Bildtafeln, die an verunglückte Bergsteiger erinnern. Es sind deren viele.

Dann zieht es uns für den Abend ein letztes Mal zu unserer MALGE RITORTO. Mittlerweile hat der Nordwind zusammen mit der Thermik für einige Wolken gesorgt. So stehen wir staunend vor unseren Dicken und bewundern das Lichtspiel an den gegenüberliegenden Hängen der BRENTA.

Nach drei wunderbaren Tagen und Nächten verlassen wir unsere Malga und die BRENTA. Es ist einer unserer aussichtsreichsten und schönsten Plätze. Auf dem weiteren Weg nach Süden weichen die Felstürme den bewaldenden Hügeln. In PELUGO bestaunen wir die bemalte gotische ST. ANTONIO ABATE. Sie wurde wie so manche andere Kirche in dieser Gegend von wandernden Malern gestaltet.

Bei TIONE DI TRENTO erreichen wir das Südende der BRENTA und biegen nach Osten ab, dem MOLVENASEE entgegen. Mit einem Abstecher zum LAGO DI TOBLINO fahren wir weiter zum LAGO DI CAVEDINE, an dessen Ufer wir einen ruhigen Parkplatz finden. Hier ist die Weinlese und Apfelernte im vollen Gange.

Nach dem ersten Kaffee treffen wir schon bald in RIVA DEL GARDA am gleichnamigen See ein. Am frühen Morgen erwacht das geschäftige Treiben in dem netten Ort. Die Polizisten haben Zeit für einen Plausch, die Hotelgäste rattern mit ihren Rollköfferchen zum Schiff und ein einsamer Angler hofft auf den frühen Fisch. Wir fahren ein paar Kilometer weiter zum LAGO DI LEDRO und bleiben spontan an diesem wunderbaren und ruhigen Fleck. Das Wasser erinnert uns an Sardinien, so klar und blau wie es ist.

Nach einem genüsslichen Morgenschwumm zieht es und schon wieder weiter zum nächsten See, den malerisch inmitten der Berge gelegenen LAGO D’IDRO. Leider ist das Wasser graugrün und das Ufer mit Gräsern bewachsen. So belassen wir es bei einen kleinen Spaziergang und einer ausgiebigen Mittagspause. Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz folgen wir der Straße durch das VAL TRÓMPIA hinauf zum PASSO DE MANIVA. Schon bei der Anfahrt hat es kurz aus den dicken Wolken geregnet. Kalter Nordwind und feuchtwarmer Südwind aus der Poebene treffen aufeinander und toben sich über uns aus. Als wir auf der Passhöhe ankommen entlädt sich das Gewitter, schwere Tropfen und Hagelkörner prasseln auf unseren Dicken. Doch nachdem sich beide Winde vollkommen verausgabt haben, wird es wieder ruhig am Firmament.

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