Im Herzen Umbriens

Als wir in GUBBIO, dem Herz des alten Umbrer-Reiches, ankommen, nieselt es immer mal wieder aus den grauen Wolken, die auch die umliegenden Berge einhüllen. Das ehemalige Ikuvium liegt zwar unter den heutigen Häusern begraben, doch seit dem Mittelalter scheint in dieser Stadt kein Stein verrückt worden zu sein. Bei dem nasskalten Wetter sind nur wenige Touristen unterwegs und auch die Bewohner bleiben wohl lieber zu Hause. So sind die regennassen Gassen fast menschenleer und die uralte Stadt mit den grauen ehrwürdigen Häusern lässt sich in aller Ruhe erkunden. Neben den Läden für den tagtäglichen Bedarf, auch eine Italienerin braucht ihre Unterwäsche, gibt es natürlich viele Geschäfte mit touristischen Krimskrams. Die Mauern der himmelhohen Fassaden mit den unterschiedlichen Steinen erzählen ihre Baugeschichte und so mancher Türbogen ist nutzlos geworden und zugemauert. Im Hinterhof hängt die Wäsche vor den Fenstern, nicht zum Trocknen bei dem Wetter, aber es wird halt am Montag gewaschen. Nur an der PIAZZA QUARANTA MARTIRI (benannt nach den vierzig Partisanen, die Nazis in den letzten Kriegstagen auf diesem Platz hinrichteten) halten sich Jung und Alt unter den wettergeschützten Arkaden auf.

Am nächsten Tag lösen sich die Nebelschwaden im Tal im ersten Sonnenlicht schnell auf. Wir ziehen weiter, in der Nähe liegt ein Traumberg der Drachenflieger, bei wenig Wind können auch die Fetzenflieger in die Luft. Heute ist so ein Tag, an dem auch die Gleitschirmflieger am MONTE CUCCO  ihren Traum vom vol libre verwirklichen können. Kaum sind wir am Landeplatz angekommen, fährt auch schon eine Navette zum Startplatz. Peter ist schnell in der Luft und genießt den Flug in der angenehmen  herbstlichen Thermik. Um den Mücken im Tal zu entfliehen, fahren wir für die Nacht auf den Berg. Zum Ende des Tages hin türmen sich die Wolken immer mehr auf, wir wähnen uns in einem Wolkentheater. Nachts regnet es heftig, am Morgen erwachen wir in einer weißen Waschküche. Doch die Sonne und der Wind schaffen im Laufe des Tages jeden Augenblick eine andere Stimmung, so dass uns nichts anderes übrig bleibt, als noch einen Tag auf diesen Aussichtsbalkon zu bleiben.

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