Der Nordwind putzt den Himmel blank

Wir wähnen uns nach einer stürmischen Nacht in dichten Nebel, doch es sind nur die Fenster von außen beschlagen. Der kalte Nordwind hat über Nacht die Feuchtigkeit aus der Atmosphäre geblasen. Nun strahlt wieder ein blauer Himmel über uns. Doch ab und zu schickt der Wind noch ein paar Wolken über die runden Berge, die uns immer mal wieder einhüllen.

Auf guter Straße fahren wir hinauf zur EREMO DI SERRASANTA. Der Nordwind weht immer noch heftig den Berg herunter, als wir auf einem großen Parkplatz halten. Peter packt sich für seine Wanderung warm ein. Von der Einsiedelei ist der Weg zum Ziel bereits zu sehen, falls die Wolken den Blick frei geben. Über runde gemütliche Grashügel führt der Weg im Halbrund über den MONTE NERO zum MONTE PENNE. Die Sicht in der kalten Luft reicht weit, vom MONTE VETTORE im Süden über den MONTE AMIATA im Westen bis hin zum MONTE NERONE im Norden, der sich hinter dem MONTE CUCCO erhebt. Auch GUBBIO ist im Dunst zu erkennen. Überall spazieren Männer mit großen Körben über die Berge: Pilzsammler. Einer präsentiert mir stolz seinen Fund im vollen Korb. Nach kurzer Rast am MONTE PENNE geht es auf fast den gleichen Weg zurück. Im Wind ist es immer noch kalt, im Lee wunderbar warm. Die weißen Kühe liegen immer noch gemütlich in den weiten Wiesen.

Der MONTE CUCCO hält uns noch ein paar Tage in seinem Bann. Vor allem die Stimmungen am Morgen  und Abend begeistern uns. Es sind gerade diese Momente, welche die Faszination unserer Reise ausmachen.

Gegen Mittag siegt für kurze Zeit die Thermik über den Nordwind und zum Glück bin ich zur rechten Zeit am Startplatz. Gerade als der Wind fast eingeschlafen ist, komme ich in die Luft und schon geht es gut hinauf. Ich traue mich nicht, die Bremsen für ein paar Bilder loszulassen, aber Susanne hält des Fliegers Freude vom Boden aus fest.

Nachdem der Nordwind wieder deutlich zulegt, verabschieden wir uns von dem traumhaften Ort. Der MONTE SUBASIO, wie ein Monument steht er einsam in der Ebene, hat schon die ganze Zeit zu uns herüber geblickt. Über ASSISI, das wir wegen dem samstäglichen Trouble nur streifen, fahren wir über eine gute Schotterpiste hinauf zu dem Aussichtsberg, der als Gipfel eine einzige riesige Hochfläche ist. Hier tummeln sich glückliche Rinder, Pferde und Esel, dazwischen suchen ein paar Pilzsammler ihr Sonntagsessen zusammen. Der Blick reicht rundum über den MONTE AMIATA und den LAGO TRASIMENO und entlang dem Hauptkamm des Apennin vom MONTE NERONE und MONTE CUCCO bis zu unseren nächsten Zielen: den MONTE VETTORE und den CORNO GRANDE. Zur Mittagspause besuchen uns ein paar neugierige Pferde, die fast unseren Dicken stürmen.

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