Der Gargano hüllt sich in Wolken

Wir wechseln wieder auf die andere Seite des italienischen Stiefels, an dessen Sporn namens GARGANO. Auf den Weg dorthin treibt uns das Wetter schnell voran, grau ist der Himmel und ab und zu regnet es heftig aus allen Schleusen. In der weiten Ebene um FOGGIA sind die Tomatenfelder abgeerntet, doch Fenchel und Salat sprießen schon wieder. Es scheint schon Frühling zu sein.

Unsere erste Station im GARGANO ist RIGNANO GARGANICO, ein verschlafenes Städtchen hoch über den weiten Gemüsefeldern und Olivenhainen. Etwas außerhalb finden wir neben einer Rampe für Drachenflieger ein gemütliches, unbeleuchtetes und ruhiges Fleckchen für die Nacht. Zum Fliegen ist der Wind zu stark und kommt zudem aus der falschen Richtung, am Abend aus West, am Morgen aus Ost.

Am nächsten Tag führt eine kleine Wanderung ins VALLE DELL’INFERNO. Ohne Weg geht es über die Hochfläche steil hinab in das Inferno, einer engen Schlucht, die sich unvermittelt auftut. Die Luft riecht würzig nach Oregano und Minze, frisches Grün sprießt und einzelne Blumen, wie Veilchen und Krokusse, leuchten dazwischen. Im Tal wartet ein Felsbogen inmitten von furchtbar anhänglichen und kratzenden Brombeersträuchern entdeckt zu werden.

Am nächsten Tag wachen wir inmitten einer Waschküche auf. Wir flüchten aus dem dichten Nebel hinunter zur Küste und sehen dabei streckenweise keine zehn Meter weit. Das Städtchen MONTE SANT’ANGELO verhüllt sich völlig. Um die richtige Straße zu finden steigen wir aus und suchen die Straßenschilder, die zu unserem Ziel weisen. Nach einer langen Schleichfahrt endlich an der Adria angekommen, empfängt uns die Sonne und es ist schwüle 20 Grad warm. Hoch über dem aufgewühlten Mittelmeer finden wir kurz vor der BAIA DIE CAMPI einen windgeschützten und ruhigen Panoramplatz.

Auch in den nächsten Tag hält sich das Wetter nicht an die Vorhersage. An der Küste scheint ab und an die Sonne, doch die Berge hüllen sich weiter in dicke Wolken. So kurven wir hoch über dem Meer die Steilküste entlang. Leider ist fast jede Bucht von einem Campingplatz, Hotel oder einer Ferienanlage verbaut, die jetzt verlassen und leer sind. Vieles wirkt etwas in die Jahre gekommen und trist. Wir stoppen kurz in VIESTE, um den PIZZOMUNNO, einen weißen großen Daumen, am Strand zu bewundern. Am Nordende des GARGANO finden wir beim TORRE MILETO ein einsames Plätzchen direkt am Meer. Nun donnert und blitzt es rings um uns herum, dicke Tropfen fallen auf unseren Dicken. Nach dem reinigenden Gewitter verwöhnt uns die Sonne noch ein wenig mit ihrem Licht. Am nächsten Morgen verlassen wir den GARGANO und fahren in den Süden, einem blauen Himmel entgegen, während über den Gipfeln des GARGANO immer noch die Wolken regieren.

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