Apulien, das Land der Trullis

Apulien gefällt uns immer mehr. Da lockt ein Olivenhain mit alten und knorrigen Bäumen, dazwischen das leuchtende Grün des frisch gesetzten Fenchels. Wir streifen durch die weißen gemütlichen Städtchen und kaufen in den kleinen Läden Wein, Olivenöl, geräucherten Käse, Nudeln und Mehl ein. In der Bäckerei können wir uns nur schwer zwischen den vielen Brotsorten entscheiden. Abends stehen wir dann meist an einer kleinen einsamen Bucht und das Baden macht bei 25 Grad Luft- und 20 Grad Wassertemperatur noch richtig Spaß.

In EGNAZIA besuchen wir die erste Ausgrabungsstätte auf unserer Reise. Der geschichtsträchtige Ort war seit der Bronzezeit besiedelt, erlebte unter den Römern seine Blütezeit und wurde von den Ostgoten 545 zerstört. Noch gut zu sehen sind die Fundamente des großen Marktes, einiger Kirchen und der Therme. Am Meer steht noch ein kläglicher Rest der imposanten Mauer, den die „Monopolisten“ übrig gelassen haben, da sie die Anlage als bequemen Steinbruch nutzten. Wie immer an diesen alten Orten wünschen wir uns zurück in diese Epochen, wenn auch nur für kurze Zeit. Es wäre bestimmt aufregend, nach dem Einkauf am Markt mit einem Tratsch sich in den Thermen für ein erfrischendes Bad zu treffen.

Den Mittag verbringen wir in einem großen Olivenhain inmitten anmutiger und altehrwürdigen Bäume. Das frische Grün des Gemüses ruft eher ein Gefühl des Frühlings in uns wach, als uns an den kommenden Winter denken zu lassen.

Dann gibt es wieder einmal ein UNESCO-Weltkulturerbe zu besichtigen und zu bestaunen: ALBEROBELLO. An den Hügeln der Stadt drängen sich viele der kleinen und putzigen Trulli, weiß gekalkte Steinhäuser mit runden Kuppeln und einem meist weißen Schlussstein darauf. Der Grund für die vielen Häuser ist ein Steuersparmodell aus dem 17. Jahrhundert. Der Graf Giangirolamo II. Acquaviva d’Aragano forderte von seinen Bauern, ihre Häuser ohne Zement und Mörtel zu bauen, denn wollte er eine neue Ortschaft gründen, hätte er Geld an das Königreich Neapel zahlen müssen. Kam nun ein königlicher Steuereintreiber, konnten die Steinhäuser ganz einfach abgebaut und später wieder errichtet werden. Steuern zu sparen hatte halt schon immer seinen Reiz.

Nach dem touristischen Trubel ist uns nach gemütlicherer Atmosphäre, die finden wir in LOCOROTONDO und MARTINA FRANCA. Hier läuft das Leben noch gemächlich ab. Die vielen kleinen Läden laden zum Kauf ein, die Bars zum Rasten und Schauen, wer denn auf der Piazza alles unterwegs ist. Wir schlendern durch die engen weißen Gassen, kaufen Dies und Das ein, trinken ein Glas kühlen Weißwein oder einen Café mit Dolce und genießen einfach die Stimmung in den quirligen Städtchen.

Nach der Hitze des Tages, es hat gute 25 Grad, erfrischen wir uns im glasklaren und warmen Wasser der Adria.

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