Rund um den Etna

Rechtzeitig zum Sonntagsfrühstück unser neuer Bericht.

Nachdem unser Dicker seine Streicheleinheiten und eine neue Batterie bekommen hat, kehren wir zum CAPO MURRO DI PORCO zurück, um einen der seltenen Regentage auszusitzen. Da wird uns wieder klar, welches Glück wir bisher mit dem Wetter hatten. Es war zwar zwischendurch recht frisch und windig, doch der letzte ganze Regentag liegt nun schon einen Monat zurück.

Nach dem Regen scheint am Morgen die Sonne wieder von einem strahlend blauen und wolkenlosen Himmel. Heute steht schon wieder ein UNSECO Weltkulturerbe auf dem Programm: die NEKROPOLEN VON PANTÁLICA. Der FIUME ANAPO und der FIUME CALCINARA haben sich über die Jahrmillionen tief in die Kalkfelsen der MONTI IBLEI eingegraben und imposante Schluchten geschaffen. Die Sikuler, schon von Homer in der Odyssee erwähnt, lebten hier in der Bronzezeit und bestatten ihre Toten in Felsenhöhlen. Diese Nekropole, oder auch Totenstadt, umfasst 5000 Kammergräber. Später lebten hier byzantinische Christen, die im frühen Mittelalter nach PANTÁLICA flüchteten und in den Höhlen und Grotten wohnten. Eine aufgelassene Eisenbahntrasse führt in diese alte Kulturlandschaft. Der Regen hat die Flüsse mit dem glasklaren und kalten Wasser reichlich anschwellen lassen. Für die erste Querung des ANAPO müssen Schuhe und Hose ausgezogen werden. Alte Wege und in den Fels geschlagene Stufen führen vorbei an riesigen Grotten und den unzähligen Grabhöhlen. Wir sitzen auf den warmen Steinen und stellen uns vor, wie die Sikuler ihre Toten bestattet und geehrt haben.

Wir nähern uns langsam dem Berg der Berge, dem MONGIBELLO. An dem kleinen Kastell von BRUCOLI finden wir einen ruhigen Aussichtsbalkon mit Blick auf den weißen ETNA. Der Wind und die Wolken schaffen wieder ein farbenfrohes Schauspiel, wir müssen einfach für den Rest des Tages hier bleiben.

Bei blauen Himmel und einigen Wolken über dem Berg der Berge, machen wir uns auf den Weg hinauf zum ETNA. Da heute Samstag und zudem sonniges Wetter ist, sind auch einige Sizilianer unterwegs. Schon bei der Auffahrt stehen geschäftstüchtige Händler am Straßenrand und verkaufen bunte Rutschschüsseln und einfache Schneeketten. Da auch noch ein Schild auf die Kettenpflicht hinweist, bestücken fast alle Fahrer brav ihr Auto mit den Auffahrhilfen. Wenn sie sich denn auch sonst an die Verkehrsregeln halten würden. (Handy am Steuer kostet ab diesem Jahr 350 € und 4 Wochen den Führerschein; dies scheint aber keinen, auch die Polizei, nicht zu stören.) Doch die Straße ist bis auf einige Schneeverwehungen fast trocken. Der Nordwind nimmt mit der Höhe kräftig zu, die Temperatur erreicht fast den Gefrierpunkt, ab und an fallen ein paar Schneeflocken. Über eine breite Straße erreichen wir schnell das REFUGIO SAPIENZA auf 1900 m. Wir vespern mit fantastischen Ausblick und fahren schnell wieder durch die alten Lavaströme hinunter in die Wärme. Doch die Hänge sind wild bebaut, die Grundstücke meist eingezäunt und der Müll am Straßenrand häuft sich wieder. Kurz hinter ADRANO finden wir neben einem Mandarinenhain ein ruhiges Plätzchen mit einigen bellenden Hunden. Der ETNA zeigt sich bis zu seiner verschämten Rotfärbung in voller Pracht. Wunderbar leuchtet seine weiße Nordseite über den grünen Bäumen.

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