Vom Schloss Neuschwanstein nach Oberammergau

1. Tag: von Schloss Neuschwanstein auf den Säuling

Wer kennt es nicht, das SCHLOSS NEUSCHWANSTEIN. Wir beide, Moritz und ich, wählen das Märchenschloss Ludwig II. als den Startpunkt für unsere Wanderung durch die ALLGÄUER ALPEN. Ausgerüstet mit großem Rucksack, kleinem Zelt, warmen Schlafsack und ausreichender Verpflegung für ein paar Tage zwängen wir uns durch die internationale Touristenschar. Wortfetzen in vielen Sprachen schwirren durch die Luft, manchmal schallt uns ein bewunderndes (so glauben wir zumindest zu hören) „Hiking“ entgegen. Am Wegesrand sitzt Kai und singt zu seiner Drehleier alte Lieder und Volksweisen aus aller Welt, die den Touristen ein paar Münzen wert sind. (Die bayerische Schlösserverwaltung wollte seinen Auftritt verbieten. Eine Aktion mit 2000 Unterschriften ermöglichte eine Petition, die der Bayerische Landtag zu seinen Gunsten einstimmig absegnete.)

Leider ist die PÖLLATSCHLUCHT immer noch wegen Bauarbeiten gesperrt. So muss die Forststraße zur BLECKENAU für die ersten Höhenmeter herhalten, bequem aber langweilig. Die Menschenmassen werden weniger, bald sind wir fast alleine unterwegs. An einer Lichtung mit romantische gelegener Jagdhütte teilt sich der Weg zum Gipfel: rechts ein direkter Weg zum SÄULINGHAUS, links ein einfacher Klettersteig zum SÄULING, unserem heutigen Tagesziel. Unvermittelt steht ein Steinbock mit mächtigen Hörnern direkt am Steig. Er blickt uns völlig gelassen entgegen und lässt sich in keinster Weise stören. In direkter Falllinie gewinnen wir schweißgebadet schnell an Höhe, ein paar einfache Leitern erleichtern den Aufstieg durch die mächtige und steile Flanke. Etwas außer Puste erreichen wir die markante Grasschulter unterhalb des Gipfels. Wir suchen uns am KLEINEN SÄULING erst einmal einen Schlafplatz für die Nacht, lassen unsere Rucksäcke gleich hier und fliegen so erleichtert förmlich die letzten Höhenmeter hinauf zum markanten Gipfel. Die Aussicht ist grandios.

Weit unter uns liegt das Königsschloss vor dem FORGGENSEE, der PLANSEE wird überragt von der ZUGSPITZE im WETTERSTEINMASSIV, über den LECHTALER ALPEN baut sich eine riesige Gewitterwolke auf. Die Hoffnung, dass sie vorbei zieht, erfüllt sich leider nicht. Kaum haben wir unser kleines Zelt aufgestellt, bricht das Unwetter über uns herein. Der Wind zerrt am Stoff, heftiger Regen prasselt auf uns herab, Blitz und Donner erfüllen die Luft. Kaum zehn Minuten später ist der Spuk vorbei, die Sonne scheint von einem blauen Himmel, als wäre nichts gewesen und schafft einen farbenprächtigen Regenbogen. Nach dem Sonnenuntergang dreht der Wind auf Süd und der warme Föhn trocknet schnell Zelt und Gras, liegt uns aber pfeifend die halbe Nacht in den Ohren.

 

 

2 Gedanken zu “Vom Schloss Neuschwanstein nach Oberammergau

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