4. Tag: vom Bäckenalmsattel zum Pürschlingshaus

Die Nacht am BÄCKENALMSATTEL war richtig gemütlich. Kein Regenschauer, kein Blitz und Donner rissen uns aus dem Schlaf. Nach einem spartanischen Frühstück, zudem auch noch ohne einen dampfenden Kaffee, ziehen wir weiter. Durch einen dunklen Fichtenwald führt der Steig steil nach oben zu einem Hochmoor. Der Weg der gestrigen Tour, der uns über die Scharte zwischen KRÄHE und GABELSCHROFEN führte, ist gut zu sehen. Die ersten Sonnenstrahlen schaffen es durch die dünne Wolkendecke und lassen die steilen Kalkfelsen hell aufleuchten. Uns geht es so richtig gut. Der KLAMMSPITZGRAT bringt uns erst über Wiesenhänge, dann durch felsiges Gelände, indem wir unsere Hände gut gebrauchen können, zum nächsten Aussichtsberg, der KLAMMSPITZE. Manchmal ist der Tiefblick gar schauerlich, über den ein oder anderen Felsklotz kraxelnd erreichen wir den kugeligen Gipfelfelsen. Dohlen umrunden kreischend das Gipfelkreuz, hoffen auf einen Brotkrumen und fliegen pfeilschnell im Lee, nicht wissend wie gefährlich das doch eigentlich ist. Der Weg führt uns in direkter Linie über Felsschrofen hinunter, diesmal Gott sei Dank mit festem Gestein. Ludwigs kleines Lustschloss LINDERHOF liegt uns zu Füßen. Über einen gemütlichen Wiesenweg kommen wir zur Mittagszeit zu den BRUNNENKOPFHÄUSERN. Hier haben wir endlich Essensglück. Es gibt Gulasch mit Semmelknödeln, unsere erste warme fleischige Mahlzeit. Nach der ausgiebigen Mittagspause erreichen wir nach zwei Stunden Genusswandern unser Tagesziel: das PÜRSCHLINGHAUS. Hier hat sich sich der bayerische König einst eine Jagdhütte bauen lassen. Sie steht wie ein Adlerhorst malerisch auf einem kleinen Felssporn. Und wieder haben wir Essensglück: ofenfrischer Leberkäse mit hausgemachtem Kartoffelsalat. Nachdem die Hütte wegen Brandgefahr für Übernachtungsgäste gesperrt ist (Das Innere muss eine Stunde dem Feuer trotzen. Es gelten Bestimmungen wie für ein Hochhaus. Das muss man nicht verstehen. Wer braucht schon eine Stunde, um die Hütte zu verlassen?) suchen wir uns eine andere Bleibe. Wir finden eine verschlossene Hütte, auf deren überdachten Terrasse wir ohne Zelt im Freien schlafen können. Wunderbar, was braucht der Mensch mehr?

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