Noch einmal albanische Antike

Das Wetter schlägt um, nach vielen sonnigen und warmen Tagen ziehen schwarze Wolken über die Berge und bringen abends Regen und Gewitter. Am Morgen hat sich Petrus wieder etwas beruhigt und lässt der Sonne etwas Platz am Himmel. Nach der Nacht im albanischen Ahornboden drehen wir eine kleine Runde und fahren ein Stück das Tal entlang und einen kleinen Pass hinauf. Die Straße wird etwas holprig, die Landschaft faszinierend: kahle Berge, tiefgrüne Olivenhaine und verstreute Ortschaften. Wir müssen einfach früher im Jahr wieder kommen.

Bei FINIQ fahren wir eine breite Straße hinauf zum illyrischen PHOENIKE. Zwar ist von der weitläufigen Anlage nicht mehr viel zu sehen, doch alleine der Rundumblick von dem langen Bergrücken ist den Aufstieg wert. Während der kommunistischen Zeit war der Hügel Sperrgebiet, viele Bunker zeugen noch von dieser Zeit. Ob sie die Zeit ebenso überdauern und in 2000 Jahren von Touristen bewundert werden? Wohl kaum.

Am südlichen Ende ALBANIENS steht das Highlight der archäologischen Ausgrabung des Landes: BUTRINT, auch UNESCO-Weltkulturerbe. Der umherirrende trojanische Flüchtling Äneas soll nach einer Sage einst die Stadt gegründet haben. Der Held wollte den Göttern ein Dankesopfer bringen, doch der Stier entkam und bricht am Ufer zusammen. Ein Grund die Stadt VOUTHROTON zu gründen. Die wirklichen Gründer sind Illyrer, denen folgten Griechen und natürlich die Römer. Caesar siedelte seine Veteranen zum Dank für ihre Verdienste an, damit kam der Wohlstand. Dann kamen die Venezianer und auch noch Ali Pascha. Anschaulich zeigen die Informationstafeln die jeweilige Nutzung über den Zeitverlauf, am prächtigsten natürlich unter den Römern, die sogar ein Viadukt durch die Lagune auf die Halbinsel führten. Im Mittelalter standen zwischen den Ruinen nur armselige Holzhütten. Irgendwie ist den Menschen der griechische und römische Lebensstil sowie der Sinn für das Schöne abhanden gekommen. Selbst die wenigen erhaltenen Steinreste strahlen heute noch eine gewisse Würde aus.

Abends ziehen schwarze Wolken von Osten heran und bringen in der Nacht wieder Regen und Gewitter. Das sonnige Wetter scheint zu Ende zu gehen.

Nach gut zwei Wochen verlassen wir ALBANIEN und streben unserem eigentliches Reiseziel GRIECHENLAND entgegen. Eine afrikanisch anmutende Fähre, für sage und schreibe 10,- € für die gerade einmal 50 Meter, bringt uns über den VIVAN-KANAL, der den fischreichen BUTRINT-SEE mit dem Meer verbindet. Zeus schickt uns derweilen aus GRIECHENLAND Blitz und Donner entgegen.

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