Auf dem Peloponnes

Eigentliche heißt es ja die Peloponnes (-Insel), doch der Peloponnes klingt in unseren Ohren einfach besser. Heute treffen wir wieder einmal „wichtige“ Entscheidungen: wir fahren mit der Fähre über den GOLF VON KORINTH und bleiben an der Küste, um die Insel gegen den Uhrzeigersinn zu umrunden. Die zweite Entscheidung haben wir Petrus zu verdanken, der sich wieder einmal nicht an die Wettervorhersage hielt. Eigentlich sollte die nächsten Tage die Sonne scheinen. So hätten wir die Berge um KALAVRYTA erkunden können. Doch irgendein Flügelschlag eines Schmetterlings hat die mathematischen Modelle der Meteorologen wieder einmal durcheinander gebracht. So scheint zwar ab und zu die Sonne, doch über den Bergen hängen dicke Wolken und wir meinen auch Schnee zu sehen. Der Abend bringt ein Gewitter, sogar Hagelkörner fallen vom Himmel und prasseln laut auf unseren Dicken. Nachdem wir in den letzten Tagen genug Regen hatten, bleiben wir an der Küste und hoffen auf ein paar mehr Sonnenstunden.

Die Entscheidung für die Fähre trafen wir, um die Jahrhundertbrücke besser sehen zu können. So bringt uns eine uralte Fähre über das ruhige Wasser des GOLFS VON KORINTH. Eigentliche heißt die Hängebrücke ja Harialaos Trikoupi, nach dem Ministerpräsidenten, der bereits im Jahre 1880 die Idee dazu hatte. Letztendlich weihte am 8. August 2004 Otto „Rehakles“ Rehagel das Bauwerk ein, kurz nachdem die griechische Fußball-Nationalmannschaft völlig überraschend Europameister geworden war. Welch eine Ehre für den Herkules des griechischen Fußballs.

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Nun sind wir auf dem PELEPONNES angekommen. Wir kaufen im gut besuchten Lidl ein, zur Adventszeit gibt es sogar Klöße. Dann machen wir uns auf die Suche nach der Gasfüllanlage, die es hier geben soll. Nach einigem Fragen und Suchen finden wir sie auch im Industriegebiet von PATRAS. Nach über 90 Tagen war nur noch ein kläglicher Rest in der Flasche, jetzt kann Susanne wieder befreit aufkochen. Den giftigen Rauchschwaden einer Industrieanlage entfliehend, wir sehen sie auch noch die nächsten Tage über er Landschaft hängen, landen wir schließlich an eine einsamen Strand in der Nähe von ARAXOS und einem Militärflughafen. Hier ist uns noch eine Stunde Sonne vergönnt, bevor uns die lästigen Stechtiere in den Dicken treiben.

Schon am frühen Morgen steht wieder etwas Kultur auf dem Programm. Auf einem Felshügel stehen die mächtigen Mauern von DYME. Der Hügel ist schon seit 6 000 Jahren besiedelt, die letzten ständigen Bewohner waren wohl bis 1715 die Venezianer. Im 2. Weltkrieg hat das italienische Heer an den alten Gemäuern allerlei Verwüstungen angestellt. Fantastisch ist der Rundblick auf die Berge, die Lagune und den STROFILIÁ-KÜSTENWALD. Ein paar Meter weiter lockt ein kleines Kirchlein, das der jungfräulichen Maria geweiht ist, zu einem weiteren kleinen Spaziergang. Susanne wartet derweilen bei der Petruskapelle.

Am nächsten Morgen ist es frisch, wir entdecken später sogar Raureif auf den Wiesen, doch heute zeigt sich keine einzige Wolke am Himmel. Durch den zauberhaften Wald, zuerst bequem auf Asphalt, später über Schotter und durch riesige Wasserlachen, kommen wir schon nach ein paar Kilometern zum nächsten unendlichen Strand von KOUNOUPELAKI. Gegenüber liegen die Inseln ZAKYNTHOS, KEFALONIA, die Heimat des Odysseus ITHAKA und sogar LEFKÀDA ist noch zu sehen. Vor lauter Freude über den schönen Platz versenkt Peter unseren Dicken fast im losen Sand. Doch mit Hilfe eines Griechen bekommen wir wieder festen Boden unter den Füßen. Die Gegend ist voller kleiner Kapellen. Am nördlich gelegen Kap leuchtet hell eines der Kirchlein auf einem Hügel. Oben angekommen, entdecken wir gegenüber die Ruine eines Turms. Erinnerungen an Sardinien werden wach. Unterhalb stehen viele Autos, während der Woche und abseits von jeder Siedlung. Der Grund ist die Kapelle AGIOS NIKOLAOS und der heutige Nikolaustag. Als wir ankommen, ist die Messe gerade vorbei und die Besucher erhalten ein paar Scheiben Brot. Zu Hause wären die Kinder damit wohl nicht zufrieden.

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3 Gedanken zu “Auf dem Peloponnes

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