Rund um die Ochsenbauchbucht

In KYPARISSIA drehen wir eine Runde durch den stillgelegten Bahnhof der Schmalspurbahn. Eine vor sich hin rostende Dampflok fristet ihr trauriges Dasein als Blickfang für eine Taverne, Ziegen grasen auf den Bahnsteigen. Das tut dem Spross einer Eisenbahnerfamilie in der Seele weh.

Auf dem Weg zu unserem Ziel besuchen wir noch die Rest des sagenhaften PALASTES DES NESTOR bei CHORA. Der Held der griechischen Sage, dem Altersweisheit, Beredsamkeit, Redlichkeit und heitere Lebenskunst, sprich Trinkfreudigkeit, nachgesagt wird, hat sich aussichtsreich eine riesige Villa bauen lassen. Tatsächlich ist die Aussicht traumhaft, die Badewanne interessant, das neue Zelt ansprechend und bestimmt teuer, die Ruinen leider etwas langweilig. Wir sind aber auch schon verwöhnt.

Eine einsame und wunderschöne Bucht reiht sich wieder einmal an die andere. Wir entscheiden uns für den weiten Strand in der Nähe von ROMANOS. Peter will sich wieder einmal auslaufen und wandert den weiten Buchten entlang nach Süden. Lange geht es barfuß durch die auslaufenden Wellen, bis eine Piste zu dem kleinen Kirchlein des Propheten Elias hinauf führt. Neben dem Weg liegt das aussichtsreiche Grab des Thrasymedes, einem Sohn des Nestors, der versteckt im Trojanischen Pferd die Tore Trojas öffnete. Heute ist sein Grab leer, seine Knochen von Grabräubern oder Archäologen irgendwohin gebracht. Oben angekommen, präsentiert sich die kreisrunde malerische OCHSENBAUCHBUCHT und die geschichtsträchtige BUCHT VON NAVARINO. Hier fand am 20. Oktober 1827 die letzte große Seeschlacht ausschließlich mit Segelschiffen statt. Eine alliierte englische, französische und russische Flotte stand einer türkischen, ägyptischen und tunesischen Flotte gegenüber. Die Alliierten hatten zwar weniger Schiffe, aber die besseren Kanonen und versenkten drei Viertel der türkischen und ägyptischen Schiffe. Diese Niederlage leitete das Ende der türkischen Vorherrschaft auf dem Balkan und die Entstehung des griechischen Staates ein. Der spätere griechische König Otto aus Bayern ließ später die bronzenen Geschütze bergen und geschäftstüchtig auch in seine Heimat verkaufen. So entstand in MÜNCHEN die Bavaria und der Obelisk am Karolinenplatz, wo Peter lange Zeit sein Büro hatte, aus der Kriegsbeute.

Entlang der Bucht führt der Weg bequem hinauf zum PALEO KÁSTRO, einer riesigen Burg auf der Halbinsel KORYPHÁSION, gegründet von Slawen, ausgebaut von Franken und abwechselnd beherrscht von Venezianern, Genuesen und Türken. Von hier ist die OCHSENBAUCHBUCHT ein Traum. Gleich unterhalb liegt die Höhle des Nestor, in der er seine Rinder untergebracht hat. Dann ist auch schon die wundervolle Bucht erreicht und der Schweiß der Wanderung kann im klaren und frischen Wasser abgewaschen werden.

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