Sturm über der Máni

Wir haben die MÁNI erreicht, den mittleren Finger des PELOPONNES. Am weiten und einsamen Strand von AKROGIALI genießen wir die warme Sonne und hüpfen sogar für ein paar Schwimmzüge ins kühle Meer. Am nächsten Morgen fahren wir unter einem grauen Himmel und bei Windstille los. Doch schon nach ein paar Kilometern beuteln heftige Fallwinde aus dem TAYGTOS-GEBIRGE unseren Dicken. Peter hält das Lenkrad mit beiden Händen fest, um nicht von der Straße gefegt zu werden. Wir durchqueren einige enge Ortschaften, einmal müssen wir wegen Bauarbeiten sogar die Einbahnstraße entgegengesetzt zurück fahren, kommen fast bis TRACHILA und kehren nach AGHIOS NIKOLOAS zurück. Dann nimmt der Regen und der Wind heftig zu, die Häuser geben uns ein wenig Schutz vor dem Sturm. Wasserfahnen fegen über das Meer, die Windgeschwindigkeit soll 100 km/h betragen. Nachdem am Freitag der Sturm weiter zunimmt, bleiben wir einen weiteren Tag und bewegen uns kaum einen Schritt aus unserem Dicken. Am Nachmittag hört der Wind schlagartig auf und wir haben wieder einmal eine ruhige Nacht. Unsere Eltern berichten von einem Schneechaos im Norden Griechenlands. Am Samstag Morgen ziehen wir ein Stück der Küste nach Süden weiter, auf der Suche nach einem schönen Platz für die Weihnachtsfeiertage. Doch das graue Wetter drückt auf unsere Stimmung. Die karge Landschaft und die wehrhaften Steinhäuser in den einsamen Ortschaften tragen weiter dazu bei. Bei MEZZAPOS finden wir eine kleine Kiesbucht mit einer großen Tamariske. Hier quartieren wir uns ein und bleiben bei Regen im Dicken. Abends meint Susanne den Mond kurz gesehen zu haben, morgen soll die Sonne wieder scheinen. Das wäre schön und würde zur Stimmungsaufbesserung wesentlich beitragen.

Am Morgen überrascht uns dann tatsächlich ein blauer Himmel, die Halbinsel TIGANI leuchtet bereits im ersten Licht. Da die Berge hinter uns noch immer einen langen Schatten werfen, machen wir uns bald auf, um in die Sonne zu kommen. Nach ein paar Kilometern werden wir in AGIA KYRIAKE fündig. Die wenigen Häuser der kleinen Ansiedlung stehen leer, der Parkplatz ist für ein Wendemanöver groß genug und die Aussicht auf das Meer und die Berge des TAYGETOS einfach schön. Am frühen Nachmittag macht sich Peter auf den Weg zum KAP TIGANI, das an eine Bratpfanne erinnert. So auch ihr griechischer Name. Am Ende der Landzunge steht eine große Burg, zwei Türme der ehemals mächtigen Befestigung strecken sich wehrhaft in den blauen Himmel. Im Innern sind die Grundrisse von ein paar Häuser zu erkennen, einige Säulen stehen herum und auf viele Zisternen muss aufgepasst werden. Auf dem Rückweg besuche ich das an eine hohen Klippe angelehnte Kirchlein PANAGIA AGITRIA. Drei große Höhlen umgeben sie, vermutlich einmal von Eremiten bewohnt. Eher zufällig öffne ich die Türe und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Wände und die hohe Kuppel sind bemalt, die Reste strahlen noch viel Würde aus.

4 Gedanken zu “Sturm über der Máni

  1. Hallo ihr 2 Griechen,

    ich wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest, noch viele interessante Eindrücke und Momente, vorab schon mal einen guten Rutsch und ein tolles, glückliches, aufregendes Jahr 2018 bei allerbester Gesundheit.

    viele Grüße aus Mittelfranken bei -1 Grad
    Jürgen

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  2. durch Zufall bin ich hier gelandet und bestaune eure wunderschönen Fotos!!
    Wir sind auch absolute Griechenland-Fans, reisen jedes Jahr in das unfassbar schöne Land und genießen das Leben und unsere Freunde dort!

    Ganz liebe Grüße, kala christogenna, filakia polla
    Suse

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