Im Land der Spartaner

Nach der ruhigen Silvesternacht, gerade einmal drei Böller machten Krach, wachen wir am Morgen gut ausgeschlafen bei traumhaftem Wetter auf: blauer Himmel, Windstille, leuchtend weiße Berge und am Nachmittag 20,5 Grad. So kann das Wetter bleiben, auch auf die Gefahr hin, dass die Bilder etwas langweilig werden.

Das warme Wetter nutzend fahren wir ein Stück ins Landesinnere, dem EURATES entlang in Richtung SPARTA. Die vom frischen Schnee bedeckte Bergkette des TAÝGETOS rückt immer näher. Durch kleine Ortschaften und unendlichen Olivenhainen windet sich die gut ausgebaute Straße auf 1000 m hinauf, dem Ausgangspunkt einer Tour zum höchsten Berg des PELOPONNES, dem 2405 m hohen PROFITIS ILIAS. Der Wanderparkplatz ist wunderbar angelegt, eine Brunnen sprudelt munter, ein riesiger Grill wartet auf Fleisch. Hier ist es im Sommer im Schatten der großen Bäume bestimmt wunderbar kühl. Doch heute verschwindet die Sonne bereits mittags hinter dem riesigen Berg. So suchen wir die gegenüberliegende Hügelkette auf und sitzen noch lange in der frühlingshaften Wärme, bis der Vollmond die Sonne am Himmel ablöst. Auch an den nächsten Tagen suchen wir die sonnigen Westhänge auf und genießen die Wärme und das fantastische Panorama. Nachts erleuchtet der Vollmond die weißen Berge.

Am 2. Januar freuen wir uns auf den Einkauf beim Lidl, alle unsere „heimischen“ Produkte sind aufgebraucht. Doch wir stehen vor verschlossenen Toren. Auch alle anderen Geschäfte haben heute geschlossen. In SPARTA finden wir einen offenen Bäcker, so bekommen wir zumindest ein frisches Sesambrot. Da die einst mächtige Stadt mit ihrer ehemals besonderen militärisch ausgerichteten Staatsform sonst wenig zu bieten hat, fahren wir zur LANGODIOTISSA-SCHLUCHT weiter. Dies war möglicherweise der Ort, den die antiken Spartaner Apothetai nannten. Der mächtige Ältestenrat begutachtete alle Neugeborenen und entschied über deren Lebenswert für den Staat. Schwächliche Kinder mussten von den Eltern im Apothetai ausgesetzt werden und hier jämmerlich sterben. Vielleicht war es der Ort, an dem heute die Höhlenkapelle PANAGIA LANGADIOTISSA steht, mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert.

Hoch auf einer der vielen Vorgipfel des TAÝGETOS steht die weithin sichtbare fränkische Festung MISTRAS, die Guillaume II. de Villeardouin im Jahre 1249 über den Ruinen des antiken Sparta erbaute. Lange konnte er sich nicht der grandiosen Aussicht seiner Burg erfreuen, ließ er sich doch vom byzantinischen Kaiser gefangen nehmen und nur durch die Herausgabe seiner Burg kam er wieder auf freien Fuß. Im heute wieder aufgebauten Despotenpalast wurde der letzte byzantinische König am 6. Januar 1449 gekrönt. Danach kamen die Osmanen, anschließend die Venezianer und wieder die Türken. Im griechischen Freiheitskampf wurde MISTRAS so stark zerstört, dass man lieber das verlassene SPARTA wieder aufbaute. Heute sind von den vielen Gebäuden vor allem die vielen Kirchen und Klöster erhalten und teilweise restauriert. Stundenlang streunen wir durch die Ruinen an dem steilen Hügel, schauen in jede der zahlreichen Gotteshäuser und bedauern die Einwohner, die jede Flasche Wein die vielen und steilen Treppen hinauf tragen mussten.

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Ein Gedanke zu “Im Land der Spartaner

  1. Hallo ihr Globetrotter,
    da hatten wir ja Glück, dass wir unsere Tour zum Einkaufen nicht fortgesetzt hatten am 2. Januar.
    Gestern konnten wir unsere Vorräte bei Lidl & Carrefour ergänzen.
    In der Nacht gab es bei uns ein Gewitter mit langandauernden Regenschauern.
    Die Globetrottel

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