Regen und Sturm halten uns fest

In der Nacht zieht ein Gewitter mit Blitz, Donner und Regen über uns hinweg. Doch bald scheint die Sonne und wir wechseln über die letzten Ausläufer des PARNON hinüber auf die östliche Seite des KAP MALEA. Vor der kleinen Ortschaft VELANIDIA finden wir einen großen Parkplatz mit Aussicht. Hier, am Ende der Welt, gibt es sogar ein freies und zudem schnelles öffentliches WLAN. Handys und PC sind schnell auf den neuesten Stand gebracht und wir schauen uns die ein oder andere Fernsehsendung an. Das pitorekse Bergdorf schmiegt sich malerisch wie ein Amphitheater in die steilen Hänge. Die Häuser sind alle weiß gestrichen, die Gassen sind kaum einen Meter breit. Da wir uns mit dem Dicken nicht weiter fahren trauen, nimmt Peter wieder einmal sein Fahrrad und fährt ein paar Kilometer bis zum winzigen Weiler AGIOS MYRO. Von hier geht ein Pfad zum im Jahre 1860 errichteten Leuchtturm am gefährlichen und oft windumtosten KAP MALEA. Auch Odysseus wurde ein Opfer eines Sturmes. Auf dem Heimweg von Troja nach ITHAKA wurde er von einem Sturm überrascht und ins Land der Lotosesser verschlagen, das irgendwo in Nordafrika liegt. „Und neun Tage trieb ich, von wütenden Stürmen geschleudert über das fischdurchwimmelte Meer, am zehnten gelangt‘ ich hin zu den Lotophagen, die blühende Speise genießen.“ Wahrscheinlich wollte er noch nicht nach Hause zu seiner Penelope.

Am nächsten Morgen kehren wir über den 600 m hohen Pass nach PALEOKASTRO zurück. Das Wetter ist recht wechselhaft, Regen und Sonne wechseln sich häufig ab. Eine etwas längere Sonnenperiode nutzen wir für ein kurzes Bad im recht frischen Meer. Dann bleiben wir noch einen weiteren Tag und staunen wieder einmal über das Wolkentheater, viele Schiffe ziehen am Horizont ihres Weges.

Dann werden es doch noch zwei weitere Tage hier in dieser wunderbaren Ecke des PELOPONNES. Erst hält uns lang anhaltender Regen an unserer kleinen Bucht, dann fliehen wir vor dem Sturm in den Windschatten der Häuser von NEAPOLI VOION. Da ist Zeit für eine Dorfrunde. Doch selbst die Einheimischen gehen bei dem Wind nicht vor die Türe, so sind die Straßen wie ausgestorben. Nur in den Tavernen an der Promenade sitzen ein paar Männer beim Backgammon.

2 Gedanken zu “Regen und Sturm halten uns fest

  1. Es macht immer wieder Freude euere Berichte zu lesen und die tollen Fotos zu genießen die sich erfreulich von meist schlechten Fotos und geistlosen Beiträgen von anderen Reisenden im Internet absetzen.

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