Am blauen Wasser

Erst hält uns der Regen, dann der Sturm an einem Ort, heute sind es 10 Stunden Sonnenschein am Stück (wir verstehen, wenn Ihr zuhause ein klein wenig neidisch werdet). So schwenken wir bereits nach 10 Kilometer hinter MONEMVASIA auf einen Wiesenparkplatz unterhalb der Ruinen von EPIDAURUS LIMERA ein. Peter macht sich auf den Weg, die Steinreste auf dem Hügel zu erkunden. Einige imposante Reste der Zyklopenmauer sind in dem steilen Gelände noch erhalten. Es ist uns immer wieder, wie sie vor tausenden von Jahren diese riesigen und tonnenschweren Steine hierher brachten und nahtlos zusammenfügten.

Unterhalb der Ruinen steht ein alter und heruntergekommener Mercedes-Bus im Gestrüpp, der bestimmt einmal der ganze Stolz seines Fahrers war.

Wieder zurück, lockt das blaue Wasser, allerdings nur für einen äußerst kurzen Schwumm. Das Wasser ist jetzt schon richtig frisch, dass selbst die Nackenhaare sich sträuben. Ein Fischerboot zieht vorbei und holt die Netze ein. Wieder sind es nur ein paar Fische, die die beiden Männer an Bord holen. Abends ziehen die ersten Wolken von Westen über den PARNON heran, am nächsten Morgen wachen wir unter rosaroten Wolken auf.

Die kahlen Berge des PARON rücken nun immer mehr ans Meer und zwingen die Straße streckenweise ins Landesinnere. Nach ein paar Kilometern biegen wir von der Hauptstraße ab, fahren vorbei an alten knorrigen Olivenbäumen und einigen Bauernhöfen mit Kühen zum Kloster EVANGELISTRIAS. Hoch über dem Meer finden wir eine idyllische Blumenwiese und schon haben wir nach kurzer Fahrt unseren Übernachtungsplatz gefunden.

Am Morgen schütteln uns heftige Böen aus den Federn. Die Landschaft wird nun immer karger, nur noch wenige Menschen leben in den verstreuten Dörfern. Hinter LAMBOKAMBOS verlassen wir die Hauptstrecke und fahren zum Meer. Auf einem Hügel lockt eine kleine Kirche zu einem kurzen Spaziergang. Hier oben standen vermutlich eine Burg und ein paar Häuser. Ein alter Weg führt hinunter zu einem kleinen Strand.

Die weiter Straße führt durch die senkrechten Wände der Steilküste. Über einer kleiner Insel, vielleicht VELOPOULA, türmen sich die Wolken hoch auf. Schon bald sind wir in MITROPOLI und zwängen den Dicken durch die engen Gassen. Ein älterer Mann ermuntert uns auf Englisch weiter durch das Dorf zu fahren, für unseren Dicken ist genug Platz. Da es selbst uns hier doch etwas zu einsam ist, beschließen wir, ein Stück weiter zu fahren. Doch schon am kleinen Hafen der Ortschaft halten wir an. Hier sind wir vor dem immer noch heftigen Wind geschützt und das Wasser hat eine unwiderstehliche hellblaue Farbe. Wenn es nur nicht so kalt wäre…

6 Gedanken zu “Am blauen Wasser

  1. Hallo Susanne und Peter,
    eher indirekt sind wir auf eure Website gestossen und haben erst da realisiert, dass wir in Githio die Nacht neben euch verbracht hatten.
    Wir sind unterdessen auf Kreta unterwegs. Das Wetter ist auch hier wechselhaft, aber im Vergleich zu Deutschland oder der Schweiz geradezu paradiesisch.
    Wo seid ihr jetzt, wie sieht eure weitere Route aus? Vielleicht trifft man sich ja nochmals….

    Annette und Beat (unserwegs.com) 😉

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    • Hallo Annette und Beat,

      wir haben gerade unsere Wettervorhersage zu unseren Töchtern nach Deutschland geschickt und Neid geerntet. Die nächsten Tage bleibt es sonnig aber mit dem Nordwind recht frisch. Unsere Pläne: wir werden noch einige Zeit am Peloponnes verbringen, evtl. Euböa und den Pilion aufsuchen und voraussichtlich am 13. April mit der ersten Camping-on-Board-Fähre nach Venedig schippern. Wir haben ein wenig auf Eurer Seite gestöbert, werde das zu Hause nochmal intensiver machen und habe dann bestimmt ein paar Fragen an Euch, z.B. zu Island. Lasst es Euch gut gehen und man trifft sich vielleicht ein zweites Mal.
      Viele Grüße aus Sambatiki schicken
      Susanne und Peter

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