Löcher in der Erde

Noch voll von den Eindrücken von MYKÉNE,lassen wir die Zyklopenmauern von TYRINS links liegen und fahren gleich nach NÁFPLION weiter. Auch dieser Ort ist schon seit über 3000 Jahren durchgängig besiedelt. Nauplia, ein Sohn des Poseidon soll sie gegründet haben. Die Venezianer machten sie zur Hauptstadt der Provinz Morea und nannten sie „Napoli di Romania“. Nach der Unabhängigkeit war NÁFPLION fünf Jahre lang die Hauptstadt Griechenlands und 1833 für kurze Zeit die Residenz von Otto I., dem 17-jährigen griechischen König aus Bayern (ein Sohn König Ludwigs I. von Bayern) von englischen und französischen Gnaden.

Wir kurven auf breiter Straße hinauf zur PALAMIDI-FESTUNG und sparen uns damit 999 Treppenstufen. Die riesige und verschachtelte venezianische Festung besteht aus acht einzelnen Bastionen. Obwohl sie so bewehrt ist, schützt sie auf einer Seite eine nur drei Meter hohe Mauer, über die 1715 die Osmanen und am 29. November 1822 die Griechen die Festung einnahmen.

Nach der ausgiebigen Erkundung fahren wir hinunter in die Stadt und an die kleine ARVANITIA-BUCHT. Nachdem Griechen sich in das glasklare Meer stürzen und ausgiebig schwimmen, kann auch Peter nicht widerstehen. Zum Glück gibt es am Strand eine warme Dusche. Unseren Dicken lassen wir am weiträumigen Hafen stehen und drehen noch eine Stadtrunde. Vor der Stadt liegt die Festungsinsel BOÙRTZI, auf der zeitweise der Henker zusammen mit seinen Delinquenten wohnte, aber auch die griechische Revolutionsregierung residierte.

Am Morgen ziehen die ersten Wolken seit langer Zeit über den Himmel, doch es regnet nicht und es bleibt angenehm warm. Nach den kulturellen Tagen sehen wir uns nach etwas Ruhe. Wir fahren nur ein kurzes Stück bis zur kilometerlangen KARATHÓN-BUCHT. Erst zögern wir, da der Strand recht schmuddelig ist. Doch am Südende gefällt es uns. Von hier aus sehen wir die Festung LÁRISSA vor den schneebedeckten Bergen und die beiden Burgen von NÁFPLION auf den Hügeln thronen.

Noch einmal gibt es ein leckeres Brot und ein süßes rotes Erdbeerteilchen von unserem griechischen Lieblingsbäcker in NÁFPPLION, bevor wir wieder nur ein kleines Stück weiter bis zur KONDILI-BUCHT fahren (die Zyklopen-Mauer von ASINE begutachten wir nur kurz von außen). Auch dieser Strand ist kilometerlang, unser Dicker ist das einzige Wohnmobil weit und breit. Peter erklimmt den Hügel und entdeckt den Gleitschirm-Startplatz, doch der Wind kommt aus Süden, während zum Starten und Soaren ein strammer Westwind nötig wäre. Da sich die Sonne ein wenig sehen lässt, springt Peter sogar noch ins frische Wasser (siehe Beweisfoto).

Am nächsten Tag führt uns die Straße erst weg vom Meer und hinauf in die Berge. Einsam ist es hier, nur ein paar Häuser stehen verlassen in der hügeligen Landschaft. In einer Ebene bauen sie Gemüse an: Kohl und Artischocken sehen wir, ein Trupp Männer bringt Setzlinge aus.

Nach den von Menschen gemachten Sehenswürdigkeiten ist heute wieder einmal ein Naturschauspiel an de Reihe. Bei DIDYMA hat die Erosion die weltweit größten Dolinen geschaffen. Die eine liegt versteckt in der Ebene. Ein kleiner Tunnel ermöglicht den Zugang zu dem kreisrunden Loch mit zwei Kirchlein in der senkrechten Wand, Die zweite Doline liegt ein paar Hundert Meter weiter wie eine Schüssel am Berghang. Beim Anblick der riesigen Gebilde fragen wir uns, wann sich die Erde unter uns auftut.

Wieder nur ein paar Kilometer weiter liegt die berühmte FRANCHTHI-HÖHLE, wohl eines der frühesten Plätze, an denen Menschen dauerhaft lebten. Ein riesiger Saal mit zwei Ausgängen bot bereits vor über 32 000 Jahren vielen Menschen und deren Vieh Schutz. Wie amerikanische Forscher herausfanden, lebten hier bis vor 3 000 Jahren Menschen.So war die Höhle unvorstellbare 30 000 Jahre ständig bewohnt. Der bedeutendste Fund war wohl ein 10 000 Jahre altes Skelett eines Mannes. Heutzutage vergnügen sich Kletterer an den senkrechten und überhängenden Wänden.

4 Gedanken zu “Löcher in der Erde

  1. Hallo Susanne und Peter,

    wir sind soeben mit der Fähre wieder in Gythio angekommen. An der Westküste des Peloponnes und Griechenlands entlang wollen wir langsam nordwärts Richtung Albanien reisen. Anfang März haben wir einen Workaway-Job in Montenegro. Wir helfen während zwei Wochen auf einer Ziegenfarm aus. Das ist unser nächster Fixtermin.

    Und wo seid ihr gerade unterwegs bzw. wie sehen eure Pläne aus für den Februar? Wir würden uns über ein Treffen freuen!

    Liebe Grüsse von der kleinen Kapelle in Gythio (ihr wisst schon)

    Annette und Beat von unserwegs.com

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    • Hallo Annette und Beat,

      das ist ein schöner Ort, wo Ihr gerade steht. Wir sind mittlerweile am Daumen angekommen und hangeln uns von einer schönen Bucht zur anderen. Die Tage haben wir die Fähre gebucht. Wir fahren am 14.4. von Igoumenitsa nach Venedig. Während Ihr im Westen nach Norden fahrt, werden wir das im Osten über Euböa und den Pilion tun. So werden wir uns leider nicht treffen. Aber wir werden über unsere Blogs bestimmt in Kontakt bleiben. Wir wünschen Euch eine wunderbare Zeit und liebe Ziegen und schicken viele Grüße. Susanne und Peter

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  2. Hallo Susanne und Peter,
    schade, dass es nicht klappt mit einem Treffen, die Welt ist ja soooo gross und vielfältig. Vielleicht sehen wir uns mal irgendwo unterwegs, denn die Welt ist ja bekanntlich klein!

    Liebe Grüsse aus Messenien und vor allem GUTE REISE!!!!!!!!

    Annette und Beat

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