Sommerzeit

Vielleicht nimmt ja Petrus auch zu Hause die Sommerzeit ernst und schickt ein paar Sonnenstrahlen und Wärmegrade. Hier bei uns auf dem PILION klettert bei Sonnenschein das Thermometer schon mal auf fast 25 Grad, doch letzte Nacht hat es auf den 1600 m hohen Bergen noch einmal geschneit. So werden die Griechen, heute an ihrem Nationalfeiertag, der an die Befreiung von den Türken erinnert, eher in die Berge zum Skilaufen gefahren sein, als bei Regen einen Strandspaziergang gemacht haben. Jedenfalls haben wir heute fast keine Menschenseele gesehen.

Im kleinen Ort MILINA kaufen wir im kleinen Supermarkt und beim Bäcker ein. Hier begrüßt uns die Inhaberin in gutem Deutsch. Sie war viele Jahre in Lippe bei einem Autozulieferer beschäftigt, die Tochter ist nun nach einem Germanistikstudium am Düsseldorfer Flughafen an der Zugangskontrolle beschäftigt. Der Sohn ist zu Hause geblieben und backt das gute Brot. „Jetzt ist es schwierig hier in Griechenland, vor zehn Jahren war vieles besser.“ Das hören wir oft. Natürlich, danach erhöhten sich die Steuern, die Renten sanken und viele Betriebe machten zu.

Dann drehen wir die ein oder andere Runde über die Halbinsel zu verschiedenen Strände, fahren wieder durch endlose Wälder und dann durch Olivenhaine hinunter nach AFISSOS. Unter uns liegt der leuchtend blaue PAGASÄISCHE GOLF, über der Südspitze des PILION erhebt sich majestätisch der weiß gekrönte PARNASS mit seinen 2500 m hohen Bergen. Und da liegt sie auf einmal vor uns, die Traumbucht. Ein kurzer Blick und wir parken unseren Dicken gleich am weißen Kiesstrand unter mächtigen Platanen ein. Die Sonne scheint, es ist fast windstill und nur winzige Wellen plätschern am Ufer. Genau das Richtige für ein kurzes Bad im glasklaren Wasser.

In der Nacht zum Sonntag, es ist ja nun auch Sommerzeit, regnet es ein paar Mal heftig, am Morgen ist der Himmel mit grauen Wolken überzogen, doch der Wind bleibt friedlich. Gegen Mittag spaziert ein Ehepaar vorbei und grüßt uns auf Fränkisch, es sind Bekannte aus Weißenburg, die hier eine Woche Urlaub machen. Wie klein die Welt doch ist.

Mit der Tag- und Nachtgleichheit hat der Frühling auch kalendarisch begonnen. Und das nun sogar die Zeit im Sommermodus ist, hat auch die Natur gemerkt. So entfalten auch die Feigen ihre bekannten Blätter, die auf manchen Bildern gewisse Körperteile schamhaft bedecken müssen. Was uns wundert: wir sahen an keinem Baum Blüten. Wikipedia schreibt von einer „komplexen Bestäubungsökologie“. Kurz gesagt ist die Frucht die Blüte, wobei hunderte von Blüten nach innen verlagert sind. Es gibt männliche Blüten in drei Formen, weibliche Blüten haben zwei Formen. Zusammen mit der Feigenwespe ist die Bestäubung höchst kompliziert, was ja auch bei den unterschiedlichen Blüten kein Wunder ist. Wie soll sich da eine einfache Wespe auskennen, wir haben es nicht verstanden. Jedenfalls sind drei Blüten und somit auch eben so viele Ernten im Jahr möglich und die Feige ist nur eine Scheinfrucht. Trotzdem schmeckt sie.

6 Gedanken zu “Sommerzeit

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