Mit der Olympic Champion nach Venedig

Dann geht alles schnell, viel zu schnell. Wir besuchen noch die ein oder andere verträumte Bucht, schauen am blaugrünen ACHERON vorbei, der Fährmann zum Hades lässt uns wieder ziehen. Die Temperaturen klettern schnell, die Luft erreicht Untertags zeitweise 30 Grad, das Wasser bestimmt schon angenehme 18 Grad, zumindest an der Oberfläche. Immer mehr Wohnmobile kommen uns entgegen, in den Tavernen wird eifrig geputzt und gewerkelt, die Saison beginn so langsam. Zeit für uns nach Hause zu fahren, auch wenn wir das natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge tun.

Am 13. Februar, nach 222 Tagen im westlichen Balkan, sind wir in IGOUMENITSA, holen die Tickets im Reisebüro ab und lernen ein wenig die Bürokratie in Griechenland kennen. Nein, in den Hafen können wir noch nicht fahren, da müssen wir morgen um 5 Uhr wieder kommen. Aber einchecken können wir. Die Tickets werden in gleich aussehende andere Tickets umgetauscht und wir bekommen Aufkleber für „OPEN DECK“ und „VENICE“. Am nächsten Morgen schellt um 4:45 Uhr der Wecker, was für ungewohnter Ton. Es ist noch finster als wir losfahren. Susanne muss aussteigen und das Gate für Passagiere nehmen, Peter fährt derweilen mit dem Dicken durch die Grenzkontrolle. Gottseidank finden wir uns wieder. Es sind nur ein paar Wohnmobile und viele LKW hier und warten wie wir auf die Fähre Olympic Champion der Reederei ANEK. Wir kommen ins Gespräch mit einem weitgereisten Ehepaar aus Zürich, das von einer Reise aus den Oman zurückkommt.

Dann legt auch unser Schiff an, überaus pünktlich, Wir fahren über eine Rampe auf ein halb offenes Deck. Die Einweiser sind hektisch wie immer und zwängen uns zwischen riesigen LKW in die zweite Reihe. Vom Deck aus schauen wir wehmütig zurück in die aufgehende Sonne und Griechenland, das uns gut gefällt und wir vielleicht im Herbst bereits wiederkommen.

KORFU zieht vorbei, ALBANIEN verschwindet langsam im dichten grauen Dunst des Saharastaubes. Susanne erspäht ein paar Delfine, macht den fertig gekochten Sauerbraten warm, ansonsten passiert nicht viel, wir sehen nur Wasser. Am Morgen gegen 7 Uhr, nach 1000 km ruhiger Seefahrt, erscheint VENEDIG im blauen Morgenlicht der Lagune. Leider ankern wir in MESTRE und fahren nicht wie früher am Markusplatz vorbei. Vor VENEDIG liegen bereits vier riesige Kreuzfahrschiffe, d.h. in den nächsten Stunden werden die ersten 10 000 Touristen über die Stadt herfallen.

Dem Trubel und der Tristes des Hafens entfliehend halten wir uns nicht lange auf und fahren zielstrebig nach BORSO DEL GRAPPA in die ANTICA ABBAZIA. Die Pizza ist wie nun schon seit 20 Jahren wunderbar, der Service wie immer ausgezeichnet. Wieder fällt viel Staub mit ein paar Regentropfen vom Himmel. Schläfrig vom vielen Essen und dem spendierten Grappa verbringen wir den restlichen grauen Tag und bereiten uns langsam seelisch auf die restliche Heimfahrt vor.

3 Gedanken zu “Mit der Olympic Champion nach Venedig

  1. wahrscheinlich hattet ihr keine entsprechenden Münzen für den Fährmann dabei – aber gut so – dass das „andere Reich“, das Reich des Hades ist sicherlich nicht wirklich schön.
    Kommt gesund und problemlos nach Germany – hier blüht inzwischen alles und es „wärmt“ so langsam.
    Toi,toi,toi und bis bald

    Gefällt 1 Person

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