Von der Tegernseer Hütte über Kreuth (fast) zum Risserkogel

Obwohl die Nacht ohropaxgeschützt ruhig war, treibt es mich mit dem ersten Licht aus dem Lager. Die Regenwolken der Nacht hängen noch in den Bergen und lassen sich von der Sonne zaghaft beleuchten. Eigenlicht wollte ich über die BLAUBERGE zur GUFFERTHÜTTE wandern. Doch der Wetterbericht sagt auch heute wieder Regen voraus. So verschiebe ich die lange Tour über den exponierten Grat auf spätere Tage und wähle eine einfachere Route. Den wärmenden Kaffee gibt es um erst halb acht, den warte ich nicht ab und nutze den hoffentlich trockenen Morgen zum Abstieg.

War der Aufstieg gestern recht mühsam, geht es über die vielen Serpentinen schnell hinunter. Auch die ROSSTEINALM liegt noch im Morgenschlaf, einzig die Kühe sind schon wieder unterwegs. Schnell bin ich in KREUTH, das BATZNHÄUSL hat schon aufgedeckt und ich lass mir vor dem Zwölfuhrleuten ein Paar Weißwürste mit Händelmaiersenf und einem Weißbier schmecken. Da es wie aus Eimern schüttet, findet auch noch ein Stück Kuchen Platz.

Die Sonne kommt heraus. Schnell ist der Rucksack geschultert, doch die Freude währt nur kurz. Dicke, jetzt glitschige, Wurzeln der mächtigen Tannen bilden eine schier unendliche Treppe, ein Sturm hat eine riesige Schneise in den Wald geschlagen. Der Regen wird immer stärker und ich suche Schutz unter den überhängenden Wurzeln einer umgestürzten Tanne. Nach gefühlten Stunden nutze ich eine kurze Regenpause zum Weiterlaufen. Auf dem Grat zum RISSERKOGEL finde ich ein flaches Stück Wiese. Schnell ist das schützende Zelt aufgebaut und die nassen Sachen verstaut. Eine kleine Schafherde nährt sich mit leisem Gebimmel. Gottseidank sind die Tiere recht scheu und nicht so neugierig wie Kühe. Der Himmel ist tiefschwarz, Nebelfetzten ziehen schnell den Hang herauf.

Dann lässt sich die Sonne für eine halbe Stunde blicken, bevor sie hinter den Bergen verschwindet, und schafft eine fast unwirkliche Stimmung. Barfuß und frierend stehe ich vor meinem Zelt und kann nicht genug kriegen. Das sind die Momente, für die es sich lohnt in Berge zu gehen.

3 Gedanken zu “Von der Tegernseer Hütte über Kreuth (fast) zum Risserkogel

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