AM NÖRDLICHEN ENDE KORSIKAS

Es war wieder eine ruhige Nacht, ab uns zu fielen ein paar Regentropfen auf den Dicken. Heute kommt der stramme Wind aus Westen und treibt die Wolken die Berge hinauf.

In PINO ist kurz nach acht Uhr der Lebensmittelladen noch geschlossen, so fahren wir einstweilen hinauf zum COL DE SAINTE-LUCIE. Neben der arg verwahrlosten Kirche können wir parken. Peter macht sich auf den Weg hinauf zum SENECA-TURM. Auf Betreiben Messalinas von deren Gatten Kaiser Claudius verbannt, soll der römische Philosoph Lucius Annaeus Seneca hier acht Jahre im Exile gelebt haben. Ganz entgegen seiner stoischen Lebensphilosophie haderte er mit seinem Schicksal, da ihm hier „schwer aufstoßendes Barbarengebrabbel umgibt.“

Auch wenn die schnell aufsteigenden Wolken den sonst großartigen Ausblick verschleiern, ist die Stimmung grandios. Immer wieder lugt die Sonne durch die Lücken der Nebel.

Nun hat in PINO auch der kleine Lebensmittelladen geöffnet. Hier gibt es Alles für den täglichen Bedarf, und die Brotauswahl ist wie in Frankreich üblich groß: Wir können auch sechs Sorten auswählen.

Dem Reiseführer folgend kurven wir zur Küste hinunter in den PORT DE CENTURI. Eine Schranke verwehrt uns den Zutritt zu dem touristisch herausgeputzten Örtchen. So belassen wir es beim mittäglichen Vesper.

Angeschoben vom starken Westwind fahren wir hinauf auf den COL DE LA SERRA. Eine der alten Windmühlen hat die Likörfabrik Mattei restauriert. Leider fehlt dem alten Gemäuer sein wichtigstes Instrument: Die Flügel liegen zerbrochen in der wuchernden Macchia.

Inmitten der herabsinkenden Wolken fahren wir zum Strand nach TOLLARE. Hier hat die Gemeinde einen Platz für Wohnmobile reserviert, so stehen, wir wie schon lange nicht mehr, mit etwa zehn weiteren Gefährten auf dem weitläufigen Wiesenplatz. Gegenüber liegt die Insel GIRAGLIA mit dem dem alten Turm und einem modernen Leuchtturm. Peter spaziert noch ein Stück entlang des alten Schmugglerpfads nach BARCAGGIO. Immer wieder fegen heftig Böen vom Pass herunter. Einige Fähren ziehen über das aufgepeitschte Meer vorbei, ebenso ein paar Segelboote.

2 Gedanken zu “AM NÖRDLICHEN ENDE KORSIKAS

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