BIZARRE ROTE FELSEN

in der Nacht fallen dicke Regentropfen auf den Dicken. Blitze zucken über den Himmel und die Donner hallen in den Bergen rund um den GOLF VON PORTO lange wider. Am Morgen schiebt der sanfte Westwind die dunklen Wolken der Nacht langsam in die Berge, über dem Meer scheint bereits die Sonne.

Wir verlassen unsere heimelige PLAGE DE GRADELLE und fahren auf immer enger werdender Straße nach PORTO. Nach dem wir wie immer schon früh unterwegs sind, kommt uns nur ein Reisebus entgegen. Vor uns manövriert ein korsischer Lieferwagen ungeschickt ein paar Mal hin und her. Derweilen können wir gelassen in einer Ausweiche Platz machen.

In PORTO kaufen wir zu teuren Preisen das Notwendigste ein. Da die roten Berge der CALANCHE immer noch in Wolken sind, fahren wir ein paar Kilometer über PIANA hinaus. An einer Bar, unter deren Markise wir vor vielen Jahren vor der Sonne flüchteten und ein kühles Bier tranken, parken wir neben einigen PKW und Wohnmobilen ein.

Peter macht sich auf den Weg zum CAPU ROSSU mit dem markanten Genuesenturm TOUR DE TURGHIU. Der Weg führt durch die Macchia erst hinunter zu einem Haus mit einem Dreschplatz. Wurde hier in früheren Zeiten wohl Getreide angebaut? Über einen gut ausgebauten, streckenweise sogar gepflasterten Weg, geht es steil über die roten Felsen hinauf zu dem Wachturm, der 331 m über dem Meer steht. Von der Aussichtsplattform ist der Blick rundherum grandios. Die pittoresken roten Klippen der CALANCHE, immerhin UNESCO-Weltnaturerbe, reichen bis PORTO. Die Wellen klatschen gischtend an die schroffen Felsen.

Nach einem farbenprächtigen Sonnenuntergang, in dem das CAPU ROSSO einem Scherenschnitt gleicht, leuchtet der markante Berg mit dem krönenden Turm am nächsten Morgen im ersten Licht.

Auf dem Weg zum Einkauf nach PIANA können wir unsere altes Brot an ein paar Esel verfüttern.

Ein Wald aus purpurnem Granit; Spitzen, Säulen, Türmchen, überraschende Figuren, von der Zeit, vom nagenden Wind und vom Meeresnebel modelliert. Bis zu dreihundert Meter hoch, dünn, rund, gewunden, krumm, verunstaltet, unerwartet, fantastisch – diese erstaunlichen Felsen ähneln Bäumen, Pflanzen, Tieren, von Menschenhand geschaffenen Denkmälern, Mönchen in Kutten, gehörnten Teufeln, riesigen Vögeln – alles in allem ein monströses Volk, eine Menagerie von Albträumen, die irgendein extravaganter Gott zu Stein erstarren ließ.“ So beschreibt der französische Schriftsteller Guy de Maupassant die faszinierende Landschaft der CALANCHE.

Der Wanderweg führt erst durch einen Kiefernwald, der auch vom Geruch her an den heimischen fränkischen Steggerlaswald erinnert. Dem folgen uralte Kastanienbäume mit vielen reifen Früchten. Vorerst ist von den zauberhaften Felsen nicht viel zu sehen. Über einen steilen Steig mit unzähligen Kehren geht es vierhundert Höhenmeter hinunter zur viel befahrenen Straße. Von hier führt ein breiter Weg zum Felsplateau CHÁTEAU FORT, einem burgartigen Felsen hoch über dem tiefblauen Meer. Nun regen die Tafoni-Felsen die Fantasie an. Hier ein markantes Gesicht, da ein Fisch, ein Elefantenrüssel, ein davonfliegender Vogel; das Licht zaubert immer neue fantastische Skulpturen. Hoch über dem Meer und mitten durch diese wundersame Landschaft führt die nun immer enger werdende Straße zurück.

4 Gedanken zu “BIZARRE ROTE FELSEN

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