FLUSSBETT DER KUNST

Das Kunstprojekt Fiumare d’Arte: Devozione alla Bellezza (Flussbett der Kunst; Widmung an die Schönheit) startete 1986 mit einer 18 m hohen Monumentalskulptur, die einen eigentümlichen Namen trägt: Die Materie konnte dort nicht sein (La materia poteva non esserci). Antonio Presti wollte damit seinem Vater, von dem er ein Bauunternehmen erbte, ein Denkmal setzen. Hier beginnen wir unsere Rundtour entlang des Flüsschens TUSA, hinein in die Hügel der NEBRODI, denn mit der Zeit kamen noch weitere Kunstwerke hinzu.

Wohlweislich verzichten wir auf die engen Zufahrten zur Piramide 38 grad parallo und der blauen Welle Energia mediterranea. Vor drei Jahren konnten wir mit Müh und Not die furchtbar engen Straßen und steilen Kurven funkensprühend meistern, ein zweites Mal muss das nicht sein. (Bilder davon gibt es im Blog; Dezember 2016)

In einer Haarnadelkurve steht das Una curva gettata alle spalle del vento laut Google-Übersetzung: Eine Kurve hinter den Wind geworfen.

In exponierter Lage steht das Labyrinth Arianna, das den Mutterleib darstellen soll. 500 m lang winden sich die Gänge zur Mitte hin, wo ein Olivenbäumchen steht.

Die Carabinieri-Station in CASTEL DI LUCIO ist mit bunten Keramiken verziert.

Die Muro della Ceramicaziert ziert eine Stützmauer der Straße.

Wir beenden unsere Rundfahrt in der Nähe von SANTO STEFANO DI CAMASTRA und parken wie vor Jahren am riesigen blauen Fenster des Monumento ad un poeta mortoMonument an einen toten Dichter. Der Himmel ist bis auf ein paar harmlose Schleierwolken blau, ebenso das wellenlose Meer hinter dem Kieselstrand.

Die Kunstwerke fanden nicht nur Befürworter und Bewunderer. Antonio Presti klärte den Bau der Skulpturen nur mündlich mit den Bürgermeistern der Ortschaften ab. So war er überrascht, als ihm der italienische Staat wegen „Verletzung der Bauvorschriften“ einen Strafbefehl zustellte. Das in Sizilien, wo bekanntermaßen nicht jedes Haus eine Genehmigung hat. Eine Geld- und Haftstrafe wurde angedroht sowie der Abriss der Kunstwerke gefordert. Über viele Jahr und Instanzen zogen sich diverse Verfahren hin, bis sich die Bürokratie wider erwarten einsichtig zeigte. Vermutlich war die Unterstützung von vielen Seiten, selbst von Umweltschützern, ein Grund für den Gesinnungswandel. Aus Protest gegen diese bürokratischen Schikanen ließ der Mäzen das Kunstwerk Stanza di barca d’Oro für einhundert Jahre verschließen.

2 Gedanken zu “FLUSSBETT DER KUNST

  1. Vielen Dank für die kleine Kunstführung,
    ich finde die Kurve hinterm Wind sieht ein bisschen nach dem trojanischen Pferd aus – ich versteh aber auch nichts von Kunst ;P

    Viele Grüße und genießt die Sonne!

    Gefällt 1 Person

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