Game Over

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Game Over

von Giorgos Papakonstantinou

Das Wall Street Journal schreibt: „Eine klare und anregende Beschreibung von Griechenlands Fahrt in die wirtschaftliche Hölle… eines der wichtigsten Bücher zur Griechenlandkrise“.

Giorgos Papakonstantinou gab seinen Job bei der OECD in Paris auf und ging in die griechische Politik. Als Mitglied der sozialistischen PASOK wird er nach deren Wahlsieg im Oktober 2009 zum Finanzminister ernannt, ein Job, um den in Europa keiner beneidet. Er beschreibt die Euphorie der Wahlnacht und die Ernüchterung, als er in seinem Büro nur leere Aktenschränke vorfindet, sein Vorgänger hatte alle Unterlagen vernichtet. Nach und nach kommt die ungeheure Verschuldung und Vertuschung der finanziellen Lage ans Licht. Verhandlungen mit der Troika beginnen, der Finanzbedarf wird auf unfassbare 110 Mrd. € geschätzt. Danach folgen die unvermeidlichen Einschnitte in das Sozialsystem der Griechen, streng überwacht von der Troika. Letztendlich verliert Papakonstantinou sein Amt als meistgehasster Grieche und wird wegen des „Lagarde-Skandals“ vor Gericht gestellt. Hier muss er mit einer lebenslangen Strafe rechnen, weil er eine Liste mit möglichen Steuerbetrügern gefälscht haben soll.

Papakonstantinou schreibt kein wissenschaftliches Buch mit zahlreichen Fußnoten. Er beschreibt diese Zeit aus seiner Sicht, bestimmt etwas persönlich eingefärbt, aber spannend und auch für Nicht-Finanzexperten gut zu lesen. Deutschland wird als die führende Finanz-Nation in Europa beschrieben, Merkel als unnachgiebig und Schäuble überraschender Weise als sachkundig und fair, der auch Fehler der EU einräumte und für Griechenland und Europa kämpfte.

Als ehemaliger „Banker“ habe ich mitgenommen, wie wichtig die „Märkte“ für ein verschuldetes Land wie Griechenland sind. Ein Land braucht Geld für seine Beamten, für die Lieferungen an die Krankenhäuser, für die Rentner und Arbeitslosen. Doch die Kassen sind leer und keiner hat mehr Vertrauen in das Land, die Rating-Agenturen haben die Papiere Griechenlands als „Ramsch“ eingestuft. Woher das Geld nehmen? Auch die EU hatte zu dieser Zeit keinen Plan für eine solche Situation, die Fehler im System wurden auch hier offensichtlich.