Hellas sei Dank!

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Karl-Wilhelm Weber: Hellas sei Dank! Was Europa den Griechen schuldet. Eine historische Abrechnung.

Wenn man dieser Tage die Politik und ihre Politiker so verfolgt, würde man sich wünschen, dass sie bei den alten Griechen in die Schule gingen. Dort könnten sie allerhand lernen: etwas über Demokratie und wem diese dienen soll (den Bürgern, wer hätte das gedacht), vieles über eine gute und überzeugende Rede, neue Sichtweisen durch die Philosophie und so manch anderes mehr.

Der Althistoriker Weber räumt aber auch mit so manchen Mythos auf. Dass der olympische Gedanke „Dabei sein ist Alles.“, gar nicht olympisch ist. Damals zählte nur der Sieg, der ganz normal mit allen Mitteln erreicht werden konnte. Und den olympischen Frieden gab es auch nicht, es wurde weiter gekämpft, nur den Sportlern und deren Gästen gewährte man freies Geleit nach Olympia.

In 14 Kapiteln erklärt Weber, was Europa von Griechenland lernen könnte, was es ihm zu verdanken hat und wo die Griechen auch irrten. Das Buch macht Spaß und gute Laune (selbst bei dem derzeit grauen Wetter), gibt ein paar Tipps, vermittelt mit einem Augenzwinkern Wissen und regt zum Denken an (was manchmal auch nicht schlecht ist). Ein paar Seitenhiebe auf die aktuelle Politik und ihre Politiker sind wohl ganz im Sinne des Autoren. Ich würde mit ein jährliches Scherbengericht wünschen, mit dem wir einen Politiker (mindestens) für ein Jahr ins Exil (wohin nur?) schicken könnten. Dieses drohende Damoklesschwert (spielt allerdings im griechischen Syrakus, und somit in Sizilien) würde so manchen Politiker auf den Boden der Bürger zurück bringen.