Nach ein paar „Fahrtagen“ erholen wir uns am Embalse del Guadalharce, an dem wir schon während eines Gleitschirmurlaubs im März 2006 waren. Heute ist der Gleitschirm nicht mehr mit dabei. Obwohl dies ein beliebtes Ausflugsziel ist, der Felsenweg Caminito del Rey lockt sogar zu dieser Jahreszeit hunderte von Menschen an, stehen wir hier fast alleine. Am Nachmittag schaut ein zutraulicher Meister Reinecke vorbei, vermutlich in der Hoffnung auf ein paar Leckerbissen. Und ausnahmsweise sind ein paar Wolken am sonst blauen Himmel, was das Fotografenherz freut.


Zum ersten Mal erreichen wir das Mittelmeer an der Costa del Sol bei Benalmádena. Es ist 20 0C warm, T-Shirt-Wetter und fast zum Baden geeignet. Die Küste ist dann doch nicht ganz so hässlich wir befürchtet. Dennoch bleiben wir nur für zwei Tage.


Gleich neben unserem gemütlichen Übernachtungsplatz im Zentrum des Badeortes, obwohl wir ihn mit ein paar Dutzend Wohnmobilen teilen, liegt inmitten der lauten Stadt der Parque de la Paloma; eine Zone der Ruhe, wir uns eine spanische Dame erklärt. Bekannt ist er für seine Palmen und die Kakteen. Und es zeigen sich sogar erste Blüten.






Gleich hinter dem Badeort erhebt sich der 770 m hohen Monte Calamorro, von dem der Blick weit über das Meer und entlang der dicht bebauten Küste reicht. Erst geht es gemütlich zu einer Einsiedelei, in deren Nähe steinzeitliche Zeichnungen gefunden wurden, bevor es das letzt Stück steil zum Felsengipfel hinauf geht. Aber die frühlingshafte Blütenpracht lässt den Schweiß vergessen.





Nun fahren wir wieder nach Norden ins Landesinnere, zu den Pueblos Blancos, den Weißen Dörfern, die sich in ganz Andalusien verteilen. Die Orte sind meist arabischen Ursprungs, mit engen Gassen, weißgetünchten Häusern und auch jetzt im Winter mit manchen Blumen vor den Fenstern. Da die ganze Zeit über die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel scheint (gut für das leibliche Wohlbefinden, schlecht für den Fotografen), strahlen die pittoresken Dörfer im hellen Licht, überragt von mächtigen sandsteinfarbenen Kirchen und Burgen.
Wir kommen nach Ronda, das der Río Guadalevín durch eine 120 Meter tiefen Schlucht, El Tajo, in die Altstadt La Ciudad und den jüngeren Stadtteil El Mercadillo teilt. Mit einer Höhe von 98 Metern war die Puente Nuevo bei ihrer Eröffnung im 18. Jahrhundert die höchste Brücke der Welt.








Etwas abseits der Hauptroute finden wir bei einem verfallenen Bahnhof einen stillen Platz. Hier führte einst die Eisenbahnstrecke von Porto Serano nach Olvera vorbei, Jetzt, als Via Verde de la Sierra, ist sie für Wanderer und Radfahrer gut ausgebaut. Der längste Tunnel ist 990 m lang und bei Durchfahrt beleuchtet. Bei den unbeleuchteten Tunnel gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h. Gemütlich lassen sich die 300 Höhenmeter hinunter, aber auch hinauf, fahren. Über den Felsgipfeln drehen bestimmt 50 Geier ihre ruhigen Runden in der Thermik. Es ist immer wieder faszinierend ihnen zuzuschauen. Wir fragen uns nur, von was diese großen Vögel leben, gibt es hier doch kaum Wild.








Auf einer schmalen, steilen, aber gut ausgebauten Straße mit wenig Gegenverkehr kurven wir über die Sierra de Grazalema und erreichen eine Höhe von etwa 1200 Metern. Glücklicherweise ist die Straße durch das gleichnamige Dorf breit genug, um einen hübschen Übernachtungsplatz am anderen Ende zu erreichen. Susanne schickt sofort Peter los, um im Käseladen einzukaufen. Es hat sich wirklich gelohnt, sowohl der Einkauf als auch die spannende Fahrt hierher.


Arcos de la Frontera ist der Hauptort der Weißen Dörfer. Er liegt malerisch auf einem steilen Felsen oberhalb des Río Guadalete. Hier sind die Gassen besonders eng und steil. Unglaublich, wie die Einheimischen hier mit den Autos fahren und parken, selbst mit dem Fahrrad ist es eine Herausforderung. Ein Losverkäufer geht durch die Gassen, klopft an die vergitterten Fenster und bietet das Glück per Hausbesuch an.









Für den Jahreswechsel fahren wir ins Weiße Dorfe Bornos. Hier dürfen wir ein paar Tage direkt an der Promenda parken. Die Zufahrt zu diesem idyllischen Ort ist eng und steil. Wie werden wir da wieder herauskommen? Ein Schild weist den Weg auf einer mindestens drei Meter breiten Straße durch den Ort. Doch als Peter diesen Weg abläuft, ist die Durchfahrt wegen eines Weihnachtsmarktes gesperrt. Ein weiteres Schild zeigt uns jedoch einen „ungefährlichen“ Weg für Camper entlang der Trasse der ehemaligen Eisenbahn, der uns um das enge Straßengewirr leitet.





Dann bleibt uns noch, Euch, unseren Verfolgern und Lesern, ein gesundes und gutes Neues Jahr 2025 zu wünschen.
Senatoren
Senationell
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Ihr macht das immer wieder richtig mit euren Reisen.
Habt ein spannendes und freudigen Jahr 2025.
Liebe Grüße
Anna-Lena
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Lieben Dank Anna-Lena, hab auch Du ein erfülltes neues Jahr. Liebe Grüße aus Andalusien
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Frohes und friedliches Jahr 2025 Euch…💐🐽🥀🧝🏽♂️
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Das sind alles so schöne Fotos. Mein Herz wird ganz schwer vor Reisesehnsucht und ich bekomme viele neue Tipps für mein liebstes Reiseland. Vielen Dank dafür 😊
Soweit ich weiß, werden die Geier zum Teil mit Schlachtabfällen gefüttert. Zumindest gab es in den Picos de Europa einen entsprechenden Platz und in der Extremadura im Monfragüe NP. Dort werden auch Kaninchen ausgesetzt.
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Vielen Dank Daniela. Wir sind das erste Mal für längere Zeit in Spanien und lassen uns ohne großen Plan treiben. Und wie überall, gibt es auch hier wunderbare Ecken. Schön, dass für Dich Neues dabei ist. Dann haben wir schon ein Ziel erreicht: Reiselust wecken. Viele Grüße aus Andalusien.
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Das klingt toll! Das habe ich auch mal vor. Die Extremadura kann ich nur wärmstens empfehlen, falls ihr in die Ecke kommt. Wir waren im Frühjahr dort. Hat uns ausgesprochen gut gefallen und abgesehen von den sehr sehenswerten Städten Caceres, Mérida und Trujillo war es touristisch wunderbar unerschlossen. Liebe Grüße nach Andalusien und weiterhin gute Reise 😊
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Was könnt ihr nur meisterhaft fotografieren!!! Die Gänsegeier perfekt! Die Route ist mir ziemlich vertraut. 😉
Freut mich sehr, dass ihr Spanien auch so herrlich genießen könnt. Nicht alles ist schön, aber man findet dennoch immer Neues, Schönes. So groß das Land.
Danke für den Bericht!
Und alles Gute für 2025 🍀
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Danke Ulrike, mit dem Tele ging es ganz gut, diese elegant fliegenden Vögel zu fotografieren, aber sie waren immer noch weit weg. Spanien, wie Du schreibst, hat weniger schöne Ecken, aber dann kommt man um eine Ecke und sagt „Wow“. Die letzten Tage standen wir Bornos, ein Ort zum Wohlfühlen.
Danke auch für Eure sehr informativen und schön bebilderten Berichte, sind immer eine Inspiration.
Alles Gute für 2025, immer einen schönen Platz zum Übernachten und mindestens eine Handbreit Platz in den engen Ortschaften für die Durchfahrt.
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Hab eure Antwort erst jetzt gesehen. Hinter Donnamattea verbirgt sich eine Ursula!
Bornos hat uns auch gut gefallen. Und tatsächlich unglaublich, wie eng die ‚Straßen‘, besser Gassen in den spanischen Dörfern sind und steil noch dazu!
Bei uns dauert es dieses Mal ein wenig länger, bis wir tatsächlich Andalusien erreichen. Private Gründe halten uns noch im Valencianischen Land. Aber das Wetter ist auch hier so gut, warm, kein Regen und wir finden sehr schöne Orte und Landschaften.
Viele Grüße und wunderbare nächste Reisetage wünschen Ursula und Axel 😃
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