Löwenzahnwiese

Irgendwo in Oberbayern finden wir für eine kurze Rast einen Aussichtsbalkon in die Berge. Der Frühling hat sich nun endgültig durchgesetzt. Wir sitzen in der Sonne, genießen die Wärme und das Alpenpanorama. In den Löwenzahnpusteblumen glitzern die letzten Tautropfen des Morgens.

Ehekarussel

20170427 8-1

Das bittersüße ehlich Leben

Gott sei gelobet und geehrt,
der mir ein frumb Weib hat beschert,
Mit der ich zwei und zwanzig Jahr
gehaust hab, Gott gab länger gar
Wiewohl sich in mein ehling Leben
Hat Süß und Saures oft begeben
Gar wohl gemischt von Freud und Leid,
Erst auf, dann ab, ohn Unterscheid.
Sie hat mir nit stets kochet Feigen,
will schwankweis Dir ein Teil anzeigen.

Sie ist ein Himmel meiner Seel,
Sie ist auch oft mein Pein und Hell,
Sie ist mein Engel auserkoren
Ist oft mein Fegeteufel woren.
Sie ist mein Wünschelrut und Segen,
Ist oft mein Schauer und Platzregen,
Sie ist mein Mai und Rosenhag,
Ist oft mein Blitz und Donnerschlag,

Mein Frau ist oft mein Schimpf und Scherz,
Ist oft mein Jammer, Angst und Schmerz,
Sie ist mein Wunn und Augenweid,
Ist oft mein Traurn und Herzeleid,
Sie ist mein Freiheit und mein Wahl,
Ist oft mein Gfängnis und Notstall,

Sie ist mein Hoffnung und mein Trost,
Ist oft mein Zweifel, Hitz und Frost,
Mein Frau ist meine Zier und Lust,
Ist oft mein Graun und Suppenwust,
Ist oft mein königlicher Sal,
Ist oft mein Krankheit und Spital,

Mein Frau, die hilft mir treulich nähren,
thut mir auch oft das Mein verzehren,
Mein Frau, die ist mein Schild und Schutz,
ist oft mein Frevel, Poch und Trutz.
Sie ist mein Fried und Einigkeit
Und oft mein täglich Hebensstreit,

Sie ist mein Fürsprech und Erlediger
Ist oft mein Ankläger und Prediger,
Mein Frau ist mein getreuer Freund,
Oft worden auch mein größter Feind,
Mein Frau oft mietsam ist und gütig,
Sie ist auch zornig oft und wütig,
Sie ist mein Tugend und mein Laster,
Sie ist mein Wund und auch mein Pflaster,
Sie ist meines Herzens Aufenthalt,
Und machet mich doch grau und alt.

Hans Sachs

Der Nürnberger Schumacher, Spruchdichter, Meistersinger und Dramatiker Hans Sachs hat 1541 in dem Gedicht „Das bittersüße ehliche Leben“ sein Eheleben geschildert. Der Bildhauer Jürgen Webers dienten diese Verszeilen als Inspiration für den HANS-SACHS BRUNNEN, von Nürnbergern auch EHE-KARUSSELL genannt. Von der Stadt Nürnberg in Auftrag geben, soll er ganz profan einen Lichtschacht zum U-Bahnhof Weißer Turm kaschieren. Seit seiner Aufstellung in 1984 sind diese Wasserspiele sehr umstritten. Auch heute noch stehen jeden Tag die Nürnberger und Touristen aus aller Welt vor dem Brunnen, diskutieren über die Szenen einer Ehe, schmunzeln oder schimpfen, machen Selfies oder schütteln nur den Kopf. Jedenfalls steht das Kunstwerk in bester Tradition der Nürnberger Brunnen, allen voran der SCHÖNE BRUNNEN am Hauptmarkt, und ist einer der modernen Hauptattraktionen in Nürnberg. Und Kunst ist, wenn Leute darüber streiten. Ich mag ihn.

Tulpenpracht in der FLORA

Die Sonne tut uns und sichtlich auch den Blumen gut. In der FLORA, einem über 150 Jahre alten Botanischen Garten in KÖLN, präsentieren sie den Besuchern ihre leuchtenden Kelche. Vornehmlich sind es Tulpen in unzähligen Arrangements, die uns mit ihrer Farbenpracht verwöhnen.

 

Kirschblüte in der Fränkischen Schweiz

200 000 Kirschbäume stehen in der FRÄNKISCHEN SCHWEIZ in diesem Jahr schon früh in voller Blüte, ebenso die einzelnen Apfel- und Birnbäume. Am schönsten präsentiert sich das weiße Blütenmeer rund um den EHRENBÜRG, von uns Franken liebevoll WALBERLA genannt, bei KIRCHENEHRENBACH. Zu den traditionellen Kirschblütenfesten Ende April wird die weiße Pracht schon verschwunden sein. Im Juni sind die Kirschen reif. Viele davon wandern dann in die 300 Schnapsbrennereien, deren flüssiges Obst eh am besten schmeckt.

Neue Adresse

Liebe Verfolger,

nachdem das Datenvolumen durch die zwei Reisen fast aufgebraucht ist und wir keine Beiträge löschen wollten, haben wir unseren Tarif erweitert und nun auch eine einfachere Adresse gewählt:

susanne-und-peter.com

Als unser Verfolger werdet ihr automatisch auf die neue Adresse weitergeleitet.

Bis demnächst wieder einmal auf unserer Seite.

Viele Grüße

Susanne und Peter

Wieder zu Hause

Nun geht es ratzfatz. In MEDUNO ist am Morgen der Himmel grau und auch die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind wenig optimistisch. So packen wir unsere Sachen zusammen und starten die Alpenüberquerung. Als wir ins Tal des TORRENTE CELLINA kommen, scheint zu unserer Überraschung die Sonne. Die schneebedeckten Hügel der FRIUILISCHEN DOLOMITEN leuchten im frühen Licht. Am LAGO DIE VAJONT legen wir die erste Rast ein und sind wie immer, wenn wir hier stehen, betroffen von dem Unglück am 9. Oktober 1963. An diesem Tag rutschten auf 2 Kilometer Länge 270 Millionen Kubikmeter Gestein (das doppelte des Stauvolumens) in den Stausee. Das Wasser überströmte die Mauer und zerstöre das unterhalb gelegene LONGARONE vollständig. Etwa 2 000 Menschen starben, die Mauer blieb weitgehend unbeschädigt.

Vorbei an CORTINA D’AMPEZZO erreichen wir den MISURINASEE. An dessen Ufer in der warmen Sonne sitzend genießen wir das obligatorische Glas Weißwein. In SILLIAN hat die Flugschule Blue Sky gerade noch geöffnet. Wir geben den Rettungsfallschirm zum Check und gönnen uns an der Grenze im Tempele eine Pizza. Am nächsten Tag fahren wir durch das PUSTERTAL, über die alte BRENNERSTRASSE und den ZIRLER BERG nach MITTENWALD. Der Nordstau der Wolken beschert uns eine regnerische Nacht am Ufer der ISAR. Immer noch unter einheitlich grauen Himmel fahren wir anderntags über GARMISCH PARTENKIRCHEN und vorbei am PLANSEE ins ALLGÄU.

Am Morgen wachen wir inmitten einer Nebelsuppe auf. Doch der Föhn vertreibt die Wolken schnell vom Himmel und schenkt uns einen frühlingshaften Tag, den wir am Ufer des halb vollen FORGGENSEES genießen. Dann hält uns nichts mehr und wir nehmen die letzte Etappe in Angriff. Heute siegen wieder die Wolken, so passt das Wetter gut zu unserer Abschiedsstimmung. Zuhause in WEISSENBURG führt uns der erste Weg in die Metzgerei, die wir mit verführerisch duftenden Leberkässemmeln verlassen.

Eine wundervolle Reise durch den Apennin und entlang der Küsten Italiens ist zu Ende. In 207 Tagen fuhren wir bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwas über 40 km/h ca. 13 000 km mit unserem zuverlässigen Dicken und bewältigten dabei 130 000 Höhenmeter. Wir haben wundervolle und stets freundliche Menschen getroffen, sind in einer überwältigenden Natur gewandert und geflogen und kommen mit vielen Bildern im Kopf und auf dem Computer nach Hause. Die Reise wird bestimmt noch lange nachwirken. 10 000 Fotos und ein auf 750 Seiten angewachsenes Tagebuch warten auf Überarbeitung.

Nun freuen wir uns erst einmal auf die Frühlings- und Sommermonate in unserer fränkischen Heimat. Bestimmt gibt es auch hierüber wieder einiges zu erzählen. Schaut doch einfach ab und zu auf unserem Blog vorbei oder drückt einfach, falls noch nicht geschehen, den Folge-Button.

Ciao, ciao.

Wir bleiben in Meduno hängen

Petrus ist uns wohl gesonnen. Am Morgen ist unser Dicker noch den ein oder anderen Tag mit einer dünnen Eisschicht bedeckt, doch die frühlingshafte Sonne wärmt uns schnell. Bald gleichen sich Tag und Nacht und die Zeitumstellung schenkt uns eine zusätzliche Abendstunde.

In den Tagen in MEDUNO kehrt nach den sieben Monaten des Zigeunerlebens eine angenehme Routine ein. Mit der Sonne wach werden, den ersten heißen Kaffee im Dicken trinken, frische Brötchen, Käse und Wurst aus der Region im Alimentari kaufen, auf den MONTE VALINIS wandern, auf die erste Thermik warten oder darauf, dass sie nachlässt (einmal fünf Stunden), den Flug mit Blick in die schneebedeckten Berge und die weite Ebene genießen, den Nachmittag in der Sonne liegend ein Buch lesen oder einfach dösen und abends schön Essen gehen. Wir leben wie Gott im Friaul.