Schauen im Schwanseepark

In der Nacht kam das Gewitter dann doch noch. Bereits am frühen Morgen lässt die Sonne mit der Feuchtigkeit des Regens himmelhohe Wolken wachsen. Die Hitze des längsten Tages im Jahr kann man förmlich sehen.

Um der schwülen Wärme ein wenig zu entfliehen, fahren wir zum SCHWANSEE. Er bietet einen schattigen Uferweg, herrliches Wasser zum Baden und mit dem SCHWANSEEPARK ein „Gartenbaukunstwerk von internationalem Rang“. Auf dem ersten Blick meint man in der Natur zu stehen, wie sie so geschaffen wurde. Es ist jedoch ein Park nach der Idee eines Englischen Landschaftsgartens. Kronprinz Maximilian II von Bayern erwarb im Jahre 1837 nahe des Familienschlosses 153 Tagewerk Grund. Er beauftragte den berühmten Gartenarchitekten Carl August von Sckell „Anlagen im englischen Stil“ zu planen. Sckell hatte bereits den Englischen Garten in München entworfen.

Die Idee vom Englische Landschaftsgarten kommt, wie der Name bereits sagt, aus England. Wohlhabende Bürger richteten ihn für das Volk ein. Diese neue Gartenarchitektur sollte ein Symbol der Freiheit sein. Sie setzte sich im 18. Jahrhundert auf dem Kontinent gegen den barocken französischen Gartenstil durch, der ein Symbol der absoluten Macht ist.

Der neue Gartenstil war „revolutionär“: Gemäß der neu aufkommenden politischen Geisteshaltung sollte er eine liberale, diesseitige Paradiesvorstellung verkörpern, Naturschönheiten in sich aufnehmen und die Grenzen der freien Landschaft vergessen machen. Der unbegrenzte Horizont durch offene Blickachsen wird zum Sinnbild für die Freiheit.

Wir spazieren von Bank zu Bank, genießen das klare Wasser für die notwendigen Abkühlungen und können uns wieder einmal an den Sommerwiesen nicht sattsehen. Die beiden Schlösser lassen sich im sommerlichen Hitzedunst nur erahnen.

 

Über den „Vater-Unser-Weg“ ins Tannheimer Tal

Sommertag. Schon am frühen Morgen bilden sich die ersten zerfranzten Wolken, lokale Gewitter sind vorhergesagt. Heute fahren wir ins TANNHEIMER TAL, laut Eigenwerbung das schönste Hochtal der Alpen. Oberhalb von GRÄN parken wir und folgen dem „Vater-unser-Weg“ hinunter in den Talgrund nach INNERGSCHWEND. Hier stärken wir uns im Wirtshaus Beim Öfner. Wir freuen uns, dass noch einige Wiesen nicht gemäht sind. Hoch stehen die vielen unterschiedlichen Gräser am Wegesrand, dazwischen leuchten die Sommerblumen. An einigen sumpfigen Stellen hält das Wollgras seine Fäden in den Wind, im Zinnkraut glitzern die letzten Tautropfen wie kleine Diamanten. Hoch reichen die Wolken, am Abend ist der Himmel jedoch wieder blank geputzt, das ersehnte Gewitter bleibt heute aus.

Zu Fuß und im Boot rund um den Alpsee

Am frühen Morgen bei der Fahrt zum Bäcker zieht mich ein Mohnfeld magisch an. Diese rot leuchtenden Blumen sind einfach faszinierend. Bienen sind auch schon brummend und fleißig Nektar suchend unterwegs. Der Mensch holt Semmeln, die Biene macht derweilen Honig.

 

Nach dem gemütlichen Frühstück fahren wir mit dem Bus zu den Königsschlössern. Obwohl es noch früh am Tag ist, wuseln schön eine Menge Touristen herum, die meisten aus Asien. Wir laufen mit den Massen hinauf zum Schloss HOHENSCHWANGAU, indem Ludwig II. aufwuchs und es als zu dumpf und primitiv empfand. Daraufhin hat er sich das Märchenschloss NEUSCHWANSTEIN bauen lassen. Wir baden in der Menge und genießen es, kaum fünf Minuten später fast alleine hoch über dem blaugrün schimmernden ALPSEE zu spazieren. Wir können uns gar nicht erinnern, wie oft wir schon den malerischen See umrundet haben. Ein paar Dutzend Mal sind es bestimmt. Aber immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven und der Blick für die kleinen Schönheiten der Natur wird geschärft. Nach der fußläufigen Umrundung chartern wir uns ein Ruderboot und schippern über den leicht gekräuselten See, der das sauberste Wasser in Deutschland haben soll. Mit derzeit 20 Grad Wassertemperatur ist es mir fast schon zu warm.

Dann lockt der BUCHENBERG zu  einem genussvollen Abendflug, Der Aufstieg über knappe 400 Höhenmeter über den BACHWEG ist schweißtreibend. Nachdem der Sessellift seine Tätigkeit bereits eingestellt hat, sind wir nur zu Dritt am Startplatz. Da das Variometer, das Steigen und Sinken im Flug anzeigt, leider wegen einer schwachen Batterie nicht einsatzwillig ist, muss das Popometer heute herhalten. Wegen der Konzentration auf den Flug mit dem edlen Körperteil gibt es auch leider keine Bilder von dem genussvollen Flug. Vielleicht gibt es im Laufe der Woche noch eine Gelegenheit dazu,

 

Zuhause im Allgäu

Wieder einmal fahren wir ins ALLGÄU, praktisch in eines unserer vielen „Zuhauses“. Hier sagen sie, dass die Einheimischen besonders laut geschrien hätten, als Gott die Schönheiten dieser Welt verteilt hat. Recht haben sie. Dann war da auch noch König Ludwig II., der sein Geld, das er unter anderem von Bismark für seinen Thronverzicht bekam, lieber in Schlösser investierte als in den Krieg. Die Bevölkerung und der bayerische Wirtschaftsminister Söder danken es ihm, ist doch NEUSCHWANSTEIN eines der bekanntesten Bauwerke der Welt und somit eine gute Einnahmequelle.

Am ersten Morgen schälen sich die Berge langsam aus den Wolken, nach und nach lugen die Felswände über dem dunklen Wald hervor.

Der erste Ausflug führt uns zum sagenumwobenen ALATSEE. Um den wildromantischen See ranken sich viele regionale Mythen und  Sagen. Fabelwesen sollen dort hausen sowie Gespenster umgehen. Unvorsichtige Wanderer würden in den See gezogen und in Erdspalten gelockt. Um den Schauer noch zu verstärken, leuchtet ab und zu in 15 Meter Tiefe eine rote Schicht von Purpur-Schwefelbakterien auf. Auch sollen im Zweiten Weltkrieg die Nazis hier einen Goldschatz versenkt haben, den bisher aber niemand fand. Wir belassen es bei einem ausgiebigen Bad und nutzen die vielen Bänke, um die Ruhe und Aussicht zu genießen. Als Krönung des Tages gibt es auf der sonnigen Terrasse des Restaurants Kässpatzen nach Großmutters Rezept.

Franken – Heimat des Bieres

Neben dem Weinfranken gibt es auch das Bierfranken. In Mittel-, Ober- und Unterfranken halten 280 Brauereien die Brauerskunst hoch und schaffen eine einzigartige und verlockende Biervielfalt. Fränkische Besonderheiten sind das Rauchbier, das nicht jedermanns Geschmack trifft und mir erst ab der dritten Halben schmeckt, das Ungespundete und das Zwisckelbier. Meist versorgen die Brauereien nur die eigene Wirtschaft oder die nähere Umgebung. So muss Mann oder Frau sich schon auf den Weg machen, um die vielen Biersorten probieren zu können. Gerade jetzt lohnt ein Besuch der vielen Keller und schattigen Biergärten. Was gibt es Leckereres als ein frisches Bier und ein knuspriges Schäufele?

Ein kleines Juwel ist das Biermuseum in der Hopfenstadt SPALT in Mittelfranken. Das ehemalige 550 Jahre alte Kornhaus ist aufwändig restauriert und präsentiert liebevoll Exponate und Geschichten rund um das flüssige Brot.

Zum Weiterlesen drei Links:

Museum Spalt

Franken Bierland

Bayerisches Brauereimuseum

 

Regen-Tulpen

Die Fototagebücher unserer ITALIENISCHEN REISE sind fertig, so bleibt wieder Zeit, die Fotoausbeute der letzten Wochen und Monate so sortieren und zu bearbeiten.

Auf der Rückfahrt von KÖLN machte ich in BOPPARD nach einem Regenschauer eine kurze Fahrpause. Entlang des RHEINS erstreckt sich die blumenbesäumte Promenade, die Tulpen entfalteten gerade ihre gesamte farbige Pracht.

Ein privates Orgelkonzert

Orgelmusik ist für mich etwas Faszinierendes. Das Volumen und die Wucht dieses Musikinstrumentes gefallen mir, dem musikalischen Dilettanten (und Alt-68er), vor allem, wenn ein Profi es bespielt. So hat mich mein Freund Gerhard, der seit 50 Jahren Orgel spielt und zu seinem Jubiläum ein  Konzert mit Freunden gab, zu einer Probe in die Stadtkirche von Schwabach eingeladen. Als Laie ist es mir unvorstellbar, wie man diese unendlichen Möglichkeiten einer Orgel mit diesen unzähligen Tasten für Hände und Füße und den Knöpfen und Schaltern bedienen kann. So gelingen leiseste Töne und donnernde Klänge. Am besten gefiel es mir, als Gerhard zum Finale den Knopf „Tutti“ drückte: alle Register mit allen Pfeifen wurden von der Luft zum Tönen gebracht, wunderbar. Da läuft mir die Gänsehaut den Rücken rauf und runter. Wenn ihr in der Goldschlägerstadt Schwabach seid, die übrigens ohnehin einen Besuch wert ist, und eine voll tönende Orgel hört, schaut einfach hinein in die Kirche; es wird euch mit Sicherheit ebenso faszinieren und inspirieren wie mich.