Auf Wiedersehen Kreta

Wieder hat es in CHANIÁ ein schweres Unwetter gegeben, bereits das zweite in diesem Jahr. Brücken und Straßen sind weggespült, ein Toter ist zu beklagen, nun hilft das Militär bei den Aufräumungsarbeiten. In AGÍA GALINÍ sind wir wieder einmal recht glimpflich davon gekommen.

Nun sind wir bereits 11 Wochen auf dieser wunderbaren Insel und haben fast alles gesehen, was uns interessierte. So langsam wird der Wunsch wach, wieder aufs Festland überzusetzen. Wir befragen die Windy-App und sehen für die Nacht von Donnerstag auf Freitag ein Phase mit relativ wenig Wind und Wellen. So verlassen wir bei schönstem Sonnenschein den kleinen gemütlichen Hafen und fahren nach IRÁKLION. Doch je näher wir der Großstadt kommen, desto mehr überzieht sich der Himmel mit schwarzen Wolken und es fängt an zu regnen. So bleiben wir vorerst am großen aber jetzt ruhigen Parkplatz von KNOSSÓS. Am nächsten Morgen weht ein frischer Nordwind, der die Wolken vertreibt und uns zeitweise ein paar wärmende Sonnenstrahlen verschafft. So raffen wir uns auf, um KNOSSÓS zu besichtigen. Gottseidank gelten noch die Winterpreise, doch auch 8,- €, im Sommer 15,- €, ist schon ein stolzer Preis. Der englische Hobbyarchäologe Arthur Evans kaufte 1886 das Gelände, dem Deutschen Heinrich Schliemann war es zu teuer, und fand unter dem Hügel den alten Palast der sagenhaften minoischen Könige. Dies war eine Sensation, war über diese Kultur bisher nur wenig bekannt; und jetzt steht da ein Palast mit 1200 Räumen. Evans gräbt nicht nur und dokumentiert, sondern lässt seiner Phantasie freien Lauf. Dabei ersetz er die vielen verbrannten und vermoderten Holzbalken durch Beton und „rekonstruiert“ nach seinen Vorstellungen die Anlage. Stellt da eine Säule auf und malt dort einen Raum aus. Ein Zimmer mit einer Steinwanne wir zum Bad erklärt, ein Raum mit einem Stuhl zum Thronsaal. So entstand ein „Disneyland“ der Archäologie, das bei den Besuchern durchaus beliebt ist, zeigt es denn mehr als nur einen Steinhaufen.

Zur Mittagszeit fahren wir in den neuen Hafen der kretischen Hauptstadt. Wir drehen eine Runde durch die Fußgängerzone von IRÁKLION. Einige venezianische Bauten sind noch erhalten, ansonsten dominieren die gesichtslosen Gebäude der Neuzeit.

Mit dem letzten Licht fahren wir, eingewiesen von unaufgeregten Mitarbeitern, in den Bauch der Kriti II der ANEK LINES. Ein freundlicher Stewart bringt uns auf das Zimmer, wir genießen die geräumige Kabine mit den großen Betten, duschen ausgiebig und hoffen auf eine ruhige Überfahrt. Uns ist schon etwa wehmütig zu Mute: KRETA, die Insel der freundlichen und hilfsbereiten Menschen, der Winde, der Schluchten, der weiten und jetzt einsamen Strände, der unendlichen Olivenhaine und der riesigen Berge. Es war zwar der regenreichste und stürmischste Winter seit „Menschengedenken“, doch es gab auch sonnige und ruhige Tage. Immerhin war Peter bei herrlichstem Wetter gute zwei Dutzend Male auf kleineren und größeren Wanderungen unterwegs. Wir werden bestimmt irgendwann wieder kommen. Gerne auch im Winter, da haben wir diese grandiose Natur fast für uns alleine.

Nach einigen ersten Schlägen, wie wenn unser Schiff über ein Tau fahren würde, wie sie es gerne in Portugal über die Straße legen, ist die Überfahrt ruhig. Alleine die dauernd rauschende Klimaanlage mit der trockenen Luft stört. Fünf Minuten vor 6 Uhr werden wir wach, das erste Licht erscheint am Horizont und wir laufen in den Hafen von PIRÄUS ein. Unser Dicker ist hilflos von dicken Anhängern zugeparkt. Doch der unaufgeregte Einweiser lotst uns in aller Ruhe von Deck. Wir trinken im Hafen noch einen ersten Kaffee und fahren dann weiter an den uns schon bekannten Strand von PSATHA. Hellblau ist das Wasser weit hinaus in den GOLF VON KORINTH, die Wellen haben sich vom letzten Sturm noch nicht ganz erholt und schlagen heftig an den Kiesstrand. Über uns strahlt wieder einmal ein blauer Himmel, es weht nur ein leichtes Lüftchen und die Sonne wärmt wunderbar.

3 Gedanken zu “Auf Wiedersehen Kreta

  1. Hallo und willkommen auf dem festen Lande !
    Von den Unwetter auf Kreta haben wir hier auch gehört, wir denken das der Mensch sein Schicksal selber in der Hand hat. Aber solange Politiker den Klimawandel bestreiten, solange besteht keine Hoffnung auf eine langfristige Besserung.
    Dürfen wir euch Geschichtsverfälscher auf etwas Hinweisen? 😉
    „. . . Arthur Evans kaufte 1986“ , da hat sich doch jemand vertippt! 😆

    Grüße vom sonnigen Hügel über Kalamata
    eure GlobeTrottel

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