Gemütliche Hafenstädtchen

Blauer Himmel, keine einzige Wolke, klare und angenehm warme Luft mit einem leichten Wind; so kann das Wetter bleiben. Wir verlassen das gemütliche ITÈA und fahren ein Stück weiter nach Westen. Der Blick geht zurück zu den majestätischen Bergen des PARNASSÓS. Von hier aus präsentiert sich noch einmal die eindrucksvolle Lage von DELPHÍ hoch über dem blauen Meer. Ein Schiff löscht gerade Bauxit an der monströsen und von rotem Staub bedeckten Verladestation.

Noch einmal geht es um die Kurve und wir komme nach GALAXÍDI. Ein kleines schmuckes Hafenstädtchen, mit alten Häusern und engen Gassen, das sich für den Fasching bereit macht. Am Rosenmontag bewerfen sich Bewohner und Besucher mit gefärbten Mehl. Als fränkische Faschingsmuffel bleiben wir nur für eine ausgedehnte Mittagsrast.

Noch eine Kurve und wir stehen am Strand von ANEMOKAMPI und haben freien Blick auf den die Landschaft beherrschenden PARNASSÓS.

Für den nächsten Halt bietet sich das alte Hafenstädtchen NÁFPAKTOS an, das wegen seiner strategisch günstigen Lage schon in der Antike eine Festung hatte. Der Ort strahlt mit seiner großzügigen Promenade eine gemütliche Ruhe aus, am westlichen Ende können wir bei einem aufgelassenen Schwimmbad direkt am Kiesstrand stehen. Doch zuerst fahren wir zur Festung hinauf, die über der Stadt auf einem bewaldeten Hügel thront. Die Mauern sind noch gut erhalten und der Eintritt mit 1,- € recht preiswert. Joe-Peter, wie sich der Ticketverkäufer vorstellt, erklärt die Anlage und schwärmt vom Urlaub in Deutschland, das er gerne besucht. Der Blick von den Zinnen ist grandios. Im Westen überspannt die elegante Hängebrücke Charílaos Trikoúps den GOLF VON KORINTH. Von hier ließe sich die Seeschlacht von Lepanto gut beobachten, allerdings fand sie schon am 7. Oktober 1571 statt. Die von Papst Pius V. organisierte Heilige Liga von 1571 schickte unter Führung von Don Juan de Austria 206 Galeeren mit 40 000 Matrosen und 28 000 Soldaten in die Schlacht gegen die als unbesiegbar geltende Flotte des Osmanischen Reichs. Diese verfügte über 208 Galeeren und 120 kleinere Schiffe. Trotz der osmanischen Überlegenheit siegte überraschend die Heilige Liga in der Seeschlacht mit den meisten Gefallen an einem Tag: 30 000 Osmanen und 8 000 Männer der Allianz. Als Dank für ihre Unterstützung erhielt die Jungfrau Maria einen Feiertag. Der Tag des Sieges ist bis heute der katholische Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Sieg, später in Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz umbenannt. Zudem treffen sich bis heute die Angehörigen der an der Schlacht beteiligten Adelsfamilien aus ganz Europa zum Jahrestag im Vatikan.

Der Samstag beginnt mit einem famosen Sonnenaufgang, dem ein grauer Wolkenteppich folgt. Erst am Nachmittag gelingt es der Sonne sich Platz zu verschaffen, doch es bleibt bei einem verwaschenen blauen Himmel.

Die Griechen genießen den warmen Tag, die Cafés rund um den kleinen venezianischen Hafen sind bis auf den letzten Platz belegt. Auch hier wird mit vielen Erinnerungstafeln, eine sogar aus Regensburg, dem denkwürdigen Sieg der Heiligen Allianz gedacht. Selbst Miguel de Cervantes, der Autor von Don Quijote, bekam eine Statue. Als Mitglied der spanischen Marine nahm er an der Schlacht von Lepanto teil, erhielt drei Schusswunden, eine davon lähmte seine linke Hand und bekam dadurch den Beinamen „der Einhändige von Lepanto“.

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