Von Lenggries über die Lenggrieser Hütte zum Ochsenkamp

Es ist wieder so weit: ich fahre in die Bayerischen Berge um ein paar Tage durch die aussichtsreiche Landschaft zu wandern. Nach den heißen Tagen mit bis zu 400 C schlägt das Wetter um; es soll zwischendurch regnen und sogar gewittern. Der Himmel wird bestimmt abwechslungsreich und interessanter als das langweilige eintönige Blau.

Um sieben Uhr bringt mich der Regionalzug mit dem günstigen Bayernticket (der Zugbegleiter drückt beide Augen zu, da es erst ab 9 Uhr gilt) nach München. Hier steige ich in die Bayerische Oberlandbahn. Viele Wandergruppen fahren mit, der Zug ist fast voll besetzt. Pünktlich erreicht der Zug LENGGRIES; es regnet. Im Lebensmittelladen kaufe ich Wurst und Käse ein, beim Bäcker gibt’s zur Stärkung einen Zwetschgenkuchen und dazu ein wärmendes Haferl Kaffee. Zur Belustigung der Verkäuferinnen schlüpfe ich wieder unter meinen weiten Regenumhang, der mich und meinen großen Rucksack vor dem Nieselregen schützt.

Für den Aufstieg zur LENGGRIESER HÜTTE habe ich mir den einfachen Grasleitenweg ausgesucht. Vorbei an den blumengeschmückten Häusern führt der Weg gleich durch die nassen Wiesen. Im Wald überhole ich eine Jugendgruppe aus Aalen, manche der etwa 40 jungen Leute sind schon etwas müde. Doch ein Mädchen schleppt im Rucksack einen Lautsprecher mit, aus dem laut irgendeine eintönige Musik schallt; wenn es denn nur Hardrock wäre.

Nach gut zwei Stunden taucht die Hütte aus dem Nebel aus. Der große dampfende Teller Pfannkuchensuppe wärmt und schmeckt gut. Nach und nach kommen auch die jungen Wanderer an, schnell vertiefen sie sich in ihre Handys. Am Nachmittag reißt doch tatsächlich der Himmel auf und die Sonne vertreibt viele der Wolken, erste blaue Flecken schimmern durch.

Um der umtriebigen Hütte zu umgehen, mache ich mich noch einmal auf den Weg, erst durch den tropfenden Wald, dann durch die regennassen bunten Blumenwiesen des Sommers hinauf zum SEEKARKREUZ. Ein Senn stapft grummelnd durch das hüfthohe Gras und sucht seine neugierigen Kühe, denen der Regen sichtlich gut tut. Vom runden Gipfel geht der Blick noch einmal zurück zur tiefer gelegenen Hütte.

Das Blau am Himmel nimmt zu, das Tal liegt schon in der Sonne. Dann folgen noch der SPITZKAMP, laut Schild nur für Geübte, die trittsicher und schwindelfrei sind, und der AUERKAMP, bis ich mein Tagesziel, den OCHSENKAMP erreiche. Der runde Hügel bietet gerade Platz für mein kleines Zelt. Es tut gut, die tropfnassen Schuhe und Socken ausziehen zu können und die Waschfrauenfüße in den warmen Sonnenstrahlen zu trocknen. Weit unten liegt der wellenlose TEGERNSEE, das Abendlicht lässt den GUFFERT hinter dem Kamm der BLAUBERGE aufleuchten. Um 22:30 Uhr soll der Tegernsee in Flammen stehen. Entweder haben sie das Spektakel verschoben oder ich habe es verschlafen; wahrscheinlich letzteres.

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