Vom Risserkogel über den Stümpfling zum Spitzingsee

Am Morgen ist alles pitschnass, doch es regnet zumindest nicht mehr. Die ersten Sonnenstrahlen streichen über die Wolken. Ohne Rucksack erklimme ich leichtfüßig in ein paar Minuten den RISSERKOGEL, der gestern Abend in Wolken lag. Der WALLBERG und der TEGERNSEE liegen im morgendlichen Dunst.

Feucht und glitschig ist der steile Abstieg hinunter zum Fuß des PLANKENSTEIN, wohl ein beliebter Kletterfelsen.

Durch tropfende Wälder komme ich ins SUTTENTAL. Hier gönne ich mir die Seilbahn hinauf zum STÜMPFLING. Als ich über die breiten Forststraßen mit den vielen Wanderern schwebe, bin ich froh um meine Entscheidung. Oben angekommen stehe ich inmitten einer touristisch stark verschandelten Natur. Doch die Jagahütt´n hat schon offen. Ein sichtlich genervtes Wirtsehepaar bringt mir nach freundlichem Bitten eine dampfende Leberknödelsuppe. Schnell verlasse ich den unwirtlichen Ort auf einer breiten Skipiste. Wieder einmal haben Tannen eine steile Treppe geschaffen; über einen felsigen Kamm, umschlungen von den mächtigen Wurzeln, schleiche ich hinauf zur BODENSCHEID. Vor den kurzen Regenschauern suche ich immer wieder Schutz unter den mächtigen Bäumen. Über den TEGERNSEE zieht die nächste graue Front heran, ich erhasche noch einen kurzen Blick auf das mächtige Gipfelkreuz und stolpere über einen glitschigen Pfad durch die nassen Wiesen hinunter. Die nette Bedienung der UNTEREN FIRSTALM bringt mir einen großen Teller Nudelsuppe mit viel Rindfleisch. Langsam werde ich zum Suppentester.

Dann schließt das Wirtshaus und ich mache mich noch einmal auf den Weg. Was bin ich froh um die geteerte Straße, auf der es jetzt viel besser zu Laufen geht, als auf den schlammigen und rutschigen Wanderwegen. Als ich am SPITZINGSEE ankomme legt der Regen wieder eine Stufe zu. Direkt am See finde ich keinen Platz für die Nacht. So wandere ich noch ein Stück entlang der VALEPP bis zum verlassenen, ehemals stolzen, BLECKSTEINHAUS, das inmitten des Waldes immer mehr verfällt. Auf einem ebenen Stück nasser Wiese finde ich inmitten von Blumen ein Plätzchen für mein kleines Zelt. Graue Wolken ziehen durch das Tal und verstecken die Berge.

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