IN DER SARDISCHEN UNTERWELT

Das Wetter beruhigt sich langsam und der Wind schläft fast ein. Nach dem Sturm der letzten Tage ist es über Weihnachten sonnig und warm. So können wir zurück auf die Halbinsel des CAPO PECORA fahren, die meist in der Sonne liegt. Um die Batterien wieder aufzuladen, die Tage und die Sonnenscheindauer sind doch recht kurz, fahren wir an die SPAIGGIA SCIVU. Die lange, etwa 10 m hohe Kante wäre gut geeignet zum Gleitschirmfliegen, ja wenn genügen Wind wäre. Doch nach dem Sturm herrscht hier Flaute.

Das Wetter soll die nächsten Tage bei niedrigen Temperaturen sonnig werden. So verlassen wir das gemütliche CAPO PECORA und fahren über ARBUS und GONNASFANADIGA ins Landesinnere bis VILLACIDRO. Über eine enge und steile Straße kommen wir hinter der Ortschaft zu einem großen Parkplatz mit einem RAI-Fernsehturm. Drei alte, wunderbar restaurierte, VW-Busse stehen neben uns.

Hier hat der RIU COXINAS in die CAMPANA DE SISIMI CONTE eine tiefe Schlucht gegraben. Ein schmaler Bergpfad führt durch die Felsen hoch über der engen Schlucht. Der Fluss ist zwar nicht zu sehen, doch das Rauschen ist ständig zu hören. Am Weg stehen viele Erdbeerbäume mit Blüten und den roten reifen Früchten. Fast im Vorbeigehen sind sie eine süße Wegzehrung. Hinter einem kleinen Stausee ist ein lichter Wald mit ausladenden Steineichen, die tief stehende Sonne lässt die letzten Tautropfen glitzern. Dann geht es steil hinauf zum höchsten Punkt der CAMPANA, dem MONTE MARGIANI mit 859 m ü.d.M. Weglos erreiche ich völlig durchgeschwitzt den Gipfel des Aussichtsbergs, den wohl ein Dutzend laut schwatzender Sarden belagern. Weit erstreckt sich die Ebene des CAPIDANO, am Horizont glänzt das Meer in der Sonne. Tief unter mir liegt der Ausgangspunkt, der Dicke steht schon wieder im Schatten der Berge.

Obwohl recht kalt werden soll, bleiben wir auf dem Parkplatz stehen. Selbst in der Nacht kommen immer wieder Autos, um Mitternacht explodieren neben uns ein paar Feuerwerksraketen, die Pyromanen haben sich wohl etwas im Datum geirrt.

Ein paar Kilometer weiter wartet eine Attraktion, eine riesige Tropfsteinhöhle. Da sie zwei Eingänge hat, baute man bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Straße durch die Unterwelt. Mit unserem Dicken könnten wir ohne Probleme passieren. Mittlerweile ist sie für Autos gesperrt und sogar für Fußgänger, doch das interessiert hier niemanden. Vor der Besichtigung erklimmt Peter noch einen weiteren Aussichtsberg, die 906 m hohe PUNTA SAN MICHELE. Auf alten Wegen der Minenarbeiter und vorbei an vielen Stollen geht es erst gemächlich, dann ziemlich steil hinauf zu den mit Antennen bestückten Gipfel. Bequemer ist natürlich der Rückweg, der durch einen niedrigen Wald führt, indem verstreut viele Steine liegen. Im Talgrund plätschert der RIO SAN GIOVANNI, der in mühsamer langer Arbeit den Durchbruch geschaffen hat. Beeindruckend ist auch dieser Eingang in die mächtige Grotte, die gut einen halben Kilometer lang ist. Staunend besichtigen wir dieses etwa 500 m lange Naturwunder.

Nun sind wir wieder in PULA, um am Meer Sonne und Wärme zu genießen und auf das neue Jahr zu warten. Hoffentlich könnt Ihr wie wir auf ein wundervolles Jahr 2019 zurück blicken.

3 Gedanken zu “IN DER SARDISCHEN UNTERWELT

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