DIE STADT DES TYRANNEN

Wer kennt sie nicht, die Ballade „Die Bürgschaft“ von Friedrich Schiller; zumindest die Schüler unsere Jahrgänge, die Gedichte noch auswendig lernen durften (oder mussten). Peter fallen immer nur noch die letzten beiden Zeilen ein:

Ich sei, gewährt mit die Bitte,

In Eurem Bunde der Dritte.“

Wir sind wieder einmal in SYRAKUS, der Stadt des Tyrannen Dionysios, von dem das Gedicht handelt. Vor drei Jahren warteten wir ein paar Tage auf eine neue Batterie für den Dicken und erkundeten in der Zwischenzeit die Gegend ausgiebig. Heute beschränken wir uns, bei feuchtkaltem Wetter, auf einen Rundgang über die Insel ORTIGA, dem Herzen der Stadt. Versteckt liegen prächtige Villen und an vielen Hausfassaden nagt der Zahn der Zeit. So stehen prächtige Palazzi neben baufälligen Ruinen. Aber das macht gerade den etwas maroden Charme vieler italienischer Städte aus. (Und wer kann heute noch, diese prächtigen Häuser in Schuss halten?) Ein großer strategischer Vorteil war die Süßwasserquelle FONTE ARETUSE, in der jetzt Papyrus wächst. An der äußersten Südspitze steht das wehrhafte, neu renovierte, CASTELLO MANIACE. Im 11. Jh. begann der byzantinische Feldherr Maniakes (daher der Name) mit dem Bau, der Staufer Friedrich II. gab der Festung sein heutiges Aussehen. Beeindruckend ist der kirchenähnliche, von mächtigen Säulen gestützte, Saal. Ganz besonders ist der Dom: Einst war es einer der prächtigsten griechischen Tempel in Sizilien, geweiht der Göttin Athena. Bereits im 7. Jh. begann der Umbau zu einer Kirche. Die Säulen des Tempels sind gut zu sehen. In der Mitte der Insel liegt die PIAZZA ARCHIMEDE mit dem verspielten FONTANA DI ARTEMIDE. Er symbolisiert die Verwandlung der Nymphe Arethusa in die gleichnamige Quelle.

Eigentlich wollen wir, wie schon vor drei Jahren, am Hafen stehen bleiben. Doch Einheimische erzählen uns, das die Polizei die Verbotsschilder, etwas ganz Besonderes im restlichen Italien, ernst nimmt und die Wohnmobile des Platzes verweist. Da die Strafen in Italien bekanntlich sehr hoch sind, fahren wir lieber ein paar Kilometer weiter.

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