Die Königstour

Die Nacht war wieder sternenklar, am Morgen trübt keine einzige Wolke den strahlend blauen Himmel. Schon gegen halb sieben Uhr verlasse ich den herrlichen gelegenen OBEREN STUCKENSEE. Nach ein paar Metern blitzt der UNTERE STUCKENSEE in der Sonne. Noch ein paar steile Kehren und ich stehe auf dem breiten Joch des HERETRIEGELS. Noch einmal geht der Blick zurück zur gastfreundlichen STANDSCHÜTZEN-HÜTTE, dahinter die mächtige KÖNIGSWAND. Am gegenüberliegenden Hang leuchtet bereits das Dach der PORZEHÜTTE. Bis dahin ist es ein weiter Abstieg, schade um die vielen Höhenmeter. Dort angekommen genieße ich den heißen aromatischen Kaffee und einen Kuchen. Die Übernachtungsgäste sind schon unterwegs, die Tagesgäste kommen über die breite Forststraße bis vor die Hütte mit ihren Autos gefahren; am Samstag und Sonntag ist die Zufahrt frei. So laufe ich schon bald wieder weiter. Ein alter Handels- und neuerer Kriegsweg bring mich zur engen Scharte des TILLIACHER JOCHS, weit unten liegt OBERTILLIACH inmitten der grünen Wiesen.

Nun heißt es die weitere Route zu wählen: der einfachere Malgenweg führt oft auf Pisten durch die Almen, der Königsweg über den Grat, durchsetzt mit ein paar „schwierigen“ Stellen, so steht es zumindest im Wanderführer. Da ich das Zelt dabei habe, werde ich sowieso wieder irgendwo übernachten und wenn mir der Steig alleine zu heikel ist, kann ich ja wieder umdrehen. Also wage ich den Versuch und wähle den Königsweg. Der ist anfangs breit und führt gemütlich immer ein paar hundert Höhenmeter hinauf und hinunter. Kleine runde Hügel wie das BÄRENBADECK (woher nur der Name kommt?), immerhin 2430 m hoch, stehen im Wege. Häufig begleiten den Weg Schützengräben, in denen etwas geschützt vor dem Wind nun die schönsten Blumenteppiche leuchten. An einer der vielen Bergübergänge, der KESSELSCHARTE, holt mich der vorhergesagte Regen ein. Schnell ist der Rucksack mit der Zeltplane vor den dicken Regentropfen geschützt, ich krieche in den Regenumhang und schlafe sogar etwas. Keine halbe Stunde später scheint über mir wieder die Sonne, das Gewitter tobt sich mit heftigen Getöse in den südlichen Bergen aus. Über das WINKLERJOCH ist schnell das HOCHSPITZJOCH erreicht. Hier stelle ich mein Zelt inmitten fetter grüner Wiesen auf, die heikle Stelle unterhalb des HOCHSPITZ vor Augen; so schlimm schaut sie aus der Ferne gar nicht aus.

2 Gedanken zu “Die Königstour

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