Stürmische Tage

Am Abend bekommen wir noch Besuch von eine Eselin mit ihrem schnuppseligen Fohlen. Während das Kleine nur etwas an unserem alten Brot knabbert, nimmt die Mutter es stilvoll von unserer Küche.

Am Morgen geht der Blick von unserem Aussichtsbalkon noch einmal weit bis zur Küste von ARBATAX und über die EBENE VON TORTOLI.

Dann zieht der Himmel immer mehr zu, die Wolken hüllen die mächtigen Berge des SUPRAMONTE ein. Immer wieder ziehen tiefe Schluchten hinunter zum Meer und durchbrechen die Steilküste. Wir passieren unseren Übernachtungsplatz, an den wir vor einigen Jahren die „big five“ Sardiniens beobachteten; Pferde, Kühe, Schweine, Ziegen und Schafe. Heute hält uns das Wetter vom Bleiben ab. Dann passieren wir den höhlenartigen Eingang zur imposantesten Schlucht Sardiniens, der GOLA SU GORROPPU. Weitere traumhafte Wanderungen würden hier warten, doch jetzt im Dezember sind die Tage zu kurz und die Temperaturen zu niedrig für die langen Touren. Zudem liegt der erste Schnee auf den Bergen. Es muss ja noch etwas Neues zu erkunden geben, wenn wir ein nächstes Mal nach Sardinien fahren.

Der Wetterbericht meldet Sturmböen aus Nordwesten mit bis zu 100 km/h. So suchen wir Schutz im Feriendorf CALA GONONE, das von hohen Bergen umgeben ist. Wir stehen im ruhigen Lee über dem leuchtend blauen Meer, durch die Täler bläst der Wind und lässt die Gischt tanzen, als würde das Meer kochen.

Am nächsten Tag nutzen wir das sonnige Wetter um ein Stück ins Landesinnere nach NUORO zu fahren, das auf einer Hochebene, umringt von Bergen, liegt. Wäsche waschen ist wieder einmal von Nöten und der Lidl lockt mit seinem Angebot. Zwar gibt es Nürnberger Lebkuchen, aber die Nürnberger Rostbratwürste, die wir bisher in jedem Land bekommen haben, sind nicht im Angebot. Und dabei haben wir extra viel Sauerkraut von zu Hause mitgebracht. Eine breite Straße führt hinauf zum knapp 900 m hohen MONTE ORTOBENE. Die Sicht in die Berge des SUPRAMONTE und auf NUORO ist fantastisch. Auf einigen Gipfel liegt immer noch ein Hauch von Schnee. Wir spazieren zur großen Christusstatue IL REDENTORE. Die kolossale Bronzestatue wurde 1901 auf Betreiben von Grazia Deledda aufgestellt. Papst Leo XIII. hatte zum Abschluss des Heiligen Jahres 1900 dazu aufgerufen, in Italien 19 Christusstatuen aufzustellen.

Nachdem es in der Höhe auch weiterhin frisch bleiben wird, fahren wir zurück an die Küste, um noch etwas Wärme zu tanken. An der Mündung des RIO BÉRCHIDA, in dem ein paar Flamingos herumstaksen, finden wir auf einen riesigen Parkplatz für uns alleine einen schönen Übernachtungsplatz. (Wie mag das hier im Sommer überlaufen sein.) Mit dem Sonnenuntergang steigt der Vollmond aus dem Meer.

In Südfrankreich werden mit 150 km/h die schnellsten Windgeschwindigkeiten seit zwanzig Jahren gemessen. Die Auswirkungen bekommen wir hier im Norden SARDINIENS zu spüren. Der nahe Flugplatz von OLBIA misst in der Spitzt fast 90 km/h. Dabei ist es mit 180 C sogar im Wind angenehm warm, im Dicken haben wir 280 C. Während des Tages stehen wir am Meer des CAPO CAMINO und schauen dem launenhaften Wetter zu. Kurze Regenschauer aus dunklen Wolken wechseln mit Sonnenschein, der Sand weht über eine kleine Düne und die Gischt flitzt über das Wasser. Den ganzen Tag über stehen Regenbogen am Himmel. Was für ein faszinierendes Schauspiel. Die Nacht verbringen wir vor dem Wind geschützt am Leuchtturm des Kaps.

5 Gedanken zu “Stürmische Tage

  1. Bei euch klappt es ja mit der Versorgung von weihnachtlichen Köstlichkeiten!
    Hier auf Zypern ist die Schokolade noch teuer wie auf dem türkischen Festland, aber die Alkoholika recht günstig. Müssen mal schauen was Weihnachten auf dem Tisch kommt, einen größeren Supermarkt haben wir noch nicht gefunden. Hier in Girne ist alles auf das Wohlbefinden der englischen Urlauber ausgerichtet, nicht unbedingt unser Geschmack.
    Wünschen euch eine windfreie Zeit! 🌪
    Gruß von Dagmar & Jürgen

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