IN DER „RICHTIGEN“ TOSKANA

Das Wetter ist weiterhin wunderbar herbstlich: Die Temperaturen sind mit Nachts etwas unter 100 C und tagsüber mit gefühlten über 200 C sehr angenehm, so wie uns das gut tut. Die Natur verfärbt sich immer mehr, die Bäume und Weinreben werden gelb, zwischendurch leuchten immer mehr rote Blätter. Wir bleiben noch ein wenig im Chianti-Gebiet und Peter erkundet zu Fuß die liebliche Landschaft.

Am nächsten Tag, bei der Suche nach einem aussichtsreichen Übernachtungsplatz, passiert es: Peter versenkt unseren Bruno. Beim Rückwärtsfahren übersieht er einen Grashügel und Bruno lieg mit dem Bauch auf, nichts geht mehr. Die Schaufel wird ausgepackt um den Boden ein wenig Luft zu verschaffen. Da fährt eine Frau im kleinen Panta vorbei; sie telefoniert schnell und kommt dann wieder zurück. Sie bringt zwei Männer in einem größeren Auto mit. Eine Kette wird angelegt und wir kommen tatsächlich ein paar Zentimeter voran; dann qualmen die durchdrehenden Reifen wie die von Sebastian Vettel, als er einmal Weltmeister wurde, so kommen wir nicht frei. Etwas ratlos stehen wir zusammen. Da kommt der Fahrer des Böschungsmähertraktors, der nur ein paar Meter entfernt steht. Gelassen legt er nun unser Abschleppseil an, das immerhin 8 t zieht, und fährt gemächlich rückwärts; Bruno kommt ganz langsam frei, und das glücklicherweise auch noch unbeschadet. Als Dank schenken wir den Rettern eine Stange steuerfreie Gauloises (aus Samnaun), was sind wir erleichtert und hatten wieder einmal Riesenglück im Unglück. Und was sind die Menschen hilfsbereit.

Erleichtert fahren wir zurück zum Friedhof in Greve in Chianti. Am nächsten Tag ziehen wir wieder ein Stück weiter in den Süden, in die „richtige“ Toskana (obwohl das Chianti-Gebiet ja such schon in der Toskana liegt). Siena ist im frühen Dunst auf dem Hügel zu erkennen. Doch rund um die Stadt ist viel Verkehr, so dass wir eilig weiter fahren. Hinter Buonconvento finden wir einen Picknickplatz neben der Straße. Peter dreht eine Runde über die Hügel der Toskana. Hier, im Val d’Orcia, als UNESCO-Weltnaturerbe ausgezeichnet, ist die „typische“ Toskana: Karge, runde Hügel, die von burgähnlichen Anwesen gekrönt sind, in denen nun meist eine Cantina ihren Wein zum „Tasting“ anbietet, weite Reb- und Weizenfelder und überall die langen Zypressenallen.

2 Gedanken zu “IN DER „RICHTIGEN“ TOSKANA

  1. Ist es nicht schön, wenn sich fremde Menschen der eigenen Probleme annehmen? Diese Erfahrung der bedingungslosen Hilfsbereitschaft haben wir auf unseren Touren auch immer wieder erlebt.
    Und nach der Schrecksekunde in dieser grandiosen Landschaft entspannen….
    Wir wünschen Euch weiterhin tolle Erlebnisse, zeitgleich aber auch immer eine Handbreit Luft unter der Achse. Viele Grüße von Karin und Klaus

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