DIE MAJELLA

Wir steuern den nächsten Nationalpark an: Parco Nazionale della Majella. Dieser Gebirgsstock, in dessen Mitte sich mit 2793 m der Monte Amaro erhebt, gilt manchen Abruzessen als unheimlich, da es hier wild und einsam ist. Wir finden auf dem Passo San Leonardo, neben dem eigenartigen und geschlossenem Restaurant, für die nächsten paar Tage einen ruhigen Platz.

Ein erster Spaziergang führt in das Dorf Roccacaramánico. Die Einwohner haben es vor Jahren verlassen, nun sind einige Häuser wieder liebevoll restauriert. Am Marktplatz hat sogar ein Restaurant geöffnet. Zeit für einen Bianco und Café.

Der Wetterbericht sagt erst für den Nachmittag Gewitter voraus. Genug Zeit um eine gemütliche Wanderung auf die runden Wiesenkuppen des Monte Mileto zu machen, der 1920 m hoch ist. Kaum bin ich unterwegs, schiebt sich eine Wolkenwalze, die ziemlich gefährlich wie eine Lawine aussieht, über den Pass. Doch auf meiner Bergseite ist mir die Sonne holt. Nur ein paar thermische Wolken steigen in den Himmel.

Nach einigen Tagen mit Regen und auch Gewitter, sagt der Wetterbericht strahlende Sonne für den ganzen Tag voraus. Eine gute Gelegenheit den Monte Amaro zu bezwingen. Vom Startpunkt, der Lama Bianca, auf 1492 m gelegen, sind es 1300 Höhenmeter bis zum Gipfel. Wie so oft in Italien, führt der Steig in der direkten Linie nach oben. Der Vorteil: die Höhenmeter sind schnell gemacht. Die vielen Schuttrinnen können glücklicherweise über die Wiesen umgangen werden (beim Abstieg im Schotter, sind sie um so besser). Das spärliche Gras und die wenigen Blumen werden immer weniger, ab etwas 2000 m gibt es nur noch Schotter, eine recht karge Landschaft. Über den Gipfel, nach drei Stunden erreicht, fegt ein eiskalter Wind. Doch das schafft auch eine tolle Sicht. Im Norden überragt der Corno Grande mit seinen knappen 3000 m die Landschaft. Dort bilden sich schon die ersten Wolken, auch von Westen zieht eine Wolkenfront heran. Beim Abstieg zieht sich der Himmel zu, am Abend sind wir wie bereits an den Tagen zuvor, vom dichten Nebel eingehüllt, es wird auch hier langsam Herbst.

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