MONTE POLLINO

Nun wird es uns in den Bergen doch zu frisch, gerade einmal 5 0C hat es am Morgen und die Bergen verstecken sich in den Wolken. So fahren wir ans Thyrrenische Meer. Nach einigem Suchen, viele Stände sind noch mit den transportablen Buden belegt, finden wir bei Praia a Mare einen freien Parkplatz. Ein Polizist braust mit seinem kleinen Roller an, der Aufkleber „Polizia Locale“ ist fast abgeblättert. „Do you speak English?“ Er zeigt uns auf seinem Handy die Bestimmungen für diesen Parkplatz der Gemeinde: Wir dürfen zwei Nächte bleiben, keine Stühle und Tische aufstellen und die Fenster eine Handbreit öffnen, aber nur, wenn es im Camper zu heiß wird. Das Wasser ist nur ein paar Schritte entfernt und glasklar, wir bleiben zwei Tage. Die Bagger haben viel zu tun, die Boote ins Wasser zu bringen.

Es wird heiß und schwül, wir schwitzen einfach vom dasitzen. Und wir dürfen die Fenster ja nur eine Handbreit öffnen, naja keinen kümmert es. Einen Nacht bleiben wir noch in Küstennähe bei den Ruinen von Ruderi. Ringsherum sind die Hänge braun und schwarz von den sommerlichen Feuern.

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Nun aber wieder geschwind in die Berge. Mitten im Pollino Nationalpark können wir auf 1500 m Höhe inmitten von frei laufenden Pferden und Rindern stehen. Hier ist es mit 20 0C angenehm frisch. Wieder ein lohnender Aussichtsberg ist die Serra del Prete, immerhin 2180 m hoch. Und wir die meisten Berge im südlichen Apennin bietet die runde Kuppe des Berges eine grandiose Rundumsicht.

Doch auch hier kündigen sich die ersten herbstlichen Boten an, am Morgen weckt uns ein heftiger Wind, die Berge verstecken sich wieder in den Wolken, der Monte Pollino, der dem Gebirge und dem Nationalpark den Namen gab, muss noch auf seine Besteigung warten. Deshalb fahren wir an den Rand des Nationalparks und finden unterhalb des Monte Sellaro auf 1000 m einen einsamen, riesigen Parkplatz für uns ganz alleine. Unter uns die fruchtbare Ebene, auf der sich einst die griechische Stadt Sybaris ausbreitete. Manche Geschichtsschreiber nennen eine Einwohnerzahl von 300 000, was jedoch ein wenig bezweifelt wird. Im Streit mit den Nachbarn, die Stadt lebte in deren Augen zu freizügig, wurde sie zerstört. Heute ist von der einstigen Größe fast nichts mehr zu sehen. Einige alte Pflasterwege führen um den 1439 m hohen Monte Sellaro herum und nach Örtchen Cerchiara di Calabria sowie dem Santuario S. Maria dell’Armi. Die drei Tage über lässt uns ein brauner Hund nicht aus den Augen, mit treuherzigen Blick bettelt er immer wieder um etwas zum Fressen. Birne, Paprika, Brot, Nudeln, alles wird bis auf den Rest aufgeschleckt.

2 Gedanken zu “MONTE POLLINO

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