DER ASPROMONTE

Eines unserer Ziele der Reise, wahrscheinlich das südwestlichste, ist der Aspromonte, der Raue Berg, wie er auf deutsch heißen würde. Umgeben vom Tyrrhenischen und dem Ionischen Meer bildet er die Spitze des italienischen Stiefels. Während der letzten beiden Touren lag noch viel Schnee in den fast 2000 m hohen Bergen, so dass wir lieber an der Küste blieben. Nun ist es mit etwas über 20 0C noch angenehm warm, den ersten Schnee erwarten die Einheimischen ab November.

Der Wind bläst immer noch über die Berge, zerreißt die Wolken und schafft der Sonne immer wieder Platz am Himmel. Da es trocken bleiben soll, fahren wir ein paar Kilometer ins Landesinnere und hinauf nach GERACE, eines der vielen Bergdörfer. Unzählige Kirchen zwängen sich im Centro Storico, auch die größte Kalabriens, die CATTEDRALE SANTA MARIA ASSUNTA DIE GERACE. Vom normannischen Kastell steht nicht mehr viel, dafür reicht der Blick von hier oben weit über den Aspromonte.

Am nächsten Tag regnet es erst einmal heftig, die Berge des Aspromonte verstecken sich in den Wolken, nur ab und zu lugt die Sonne hervor. Spontan bleiben wir hier stehen, wechseln zwecks besserem Empfang den Standort um ein paar Meter, damit wir unserem „Club“ beim Siegen zuhören können.

Die nächsten sonnigen Tage verbringen wir an den einsamen, kilometerlangen Stränden. Das Wasser hat bestimmt noch angenehme 20 0C, wunderbar für einen Schwumm, aber nichts für die Italiener und Italienerinnen, die bereits ihre Steppmäntel und Daunenjacken zum Strandspaziergang anhaben. Wir stehen an den Promenaden von Marina di Sant’llario dello Ionio und Bianco. Am Morgen verbirgt sich die Sonne noch gerne ein paar Minuten hinter einem Wolkenband über dem blauen Meer, bevor sie den restlichen Tag einsam über den blauen Himmel zieht. Abends taucht der Vollmond das Wasser in sein silbriges Licht.

Auf dem weiteren Weg der Küste entlang serpähen wir zum ersten Mal den Ätna, bereits mit einer weißen Kuppe und der typischen Rauchfahne.

Entlang des breiten und trockenen Bachbetts des FIAMARE DI AMENDOLÈA fahren wir zum gleichnamigen Ort, der nur aus ein paar Häusern besteht. Glücklicherweise drehen wir kurz vor der Kirche inmitten des Dorfes um, die Straße zum ausgesuchten Übernachtungsplatz ist steil und eng, das hätten Bruno und wir nie und nimmer geschafft. Schon der Weg über die holprige Betonpiste ist zu Fuß recht mühsam. Das hoch über dem Ort herrschende CASTELLO DEL RUFFO erbauten die Normannen. Widerstand es den Angriffen der Türken und Sarazenen, zerstörte es letztendlich im Jahre 1783 ein Erdbeben.

Auch am nächsten Tag besuchen wir eine Geisterstadt. Unter dem bizarren MONTE CALVARIO liegt PENTEDATTILO. Die Form des Berges gab dem Ort den Namen: Fünf Finger, aus dem Griechischen Pente, für fünf, und Dactilo, für Finger, abgeleitet. Aus Sorge um die Einwohner, es könnten bei einem Erdbeben die Häuser durch herabfallende Steine zerstört werden, ordneten die Behörden 1960 die Räumung an, gegenüber entstand das neue Dorf. Mittlerweile sind einige Häuser inmitten der vielen Ruinen liebevoll restauriert, die mächtige CHIESA SANTI PIETRO E PAOLO in der Dorfmitte ist immer noch unversehrt.

Leider verwehren uns gesperrte oder furchtbar enge und schlechte Straßen immer wieder den Weg ins Zentrum des Aspromonte. Wir suche eine rote Straße nach GAMBARIE heraus, auch um das geschäftige REGGIO CALABRIA zu umgehen. Doch die Straße ist streckenweise recht schmal und windet sich über viele Kilometer in unzähligen Kurven durch dichten Wald hinauf zum Skiort GAMBARIE auf 1310 Meter. (Unterwegs schenkt uns eine Frau aus Zürich, die nun seit 40 Jahren in Kalabrien lebt, eine Tüte Kastanien.) Da uns die Gegend nicht so richtig zusagt und für die nächsten Tage Gewitter mit Graupelschauer angesagt sind, beschließen wir, nach VILLA SAN GIOVANNI zur STRASSE VON MESSINA hinunter zu fahren. Den Parkplatz kennen wir schon von früheren Fahrten, als wir auf die Fähre nach SIZILIEN warteten.

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