Der Herbst hält Einzug

Wir folgen der jungen Rhône bis ins bekannte Seyssel mit seiner markanten Hängebrücke. Eine kleine Radrunde führt auf einem gepflegten Radweg stromabwärts. Nach dem intensiven Morgenrot ändert sich das Wetter tatsächlich: Über den Himmel schieben sich graue Wolken und ab und zu fällt ein wenig Regen.

Wir verlassen das Rhônetal und fahren weiter zum Lac du Bourget. Das beschauliche Conjux hat das Parkverbot für Wohnmobile am 15. Oktober aufgehoben. So können wir mit fantastischem Blick auf den See stehen. Leider wird das Wetter jetzt richtig herbstlich: Der Himmel ist grau verhangen, und immer wieder regnet es. Es wird ein fauler Tag im Wohnmobil.

Eigentlich sollte es heute sonnig werden, doch der Himmel bleibt weiterhin grau. Zumindest regnet es nicht. Nach einer sehr ruhigen Nacht fahren wir gemütlich an den steilen Hängen des Lac du Bourget entlang. Die langgestreckten Berge stecken noch in den tief hängenden Wolken. In Rumilly dürfen wir auf einem großen Platz am Plan d’eau des Pérouses stehen. Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, nur zur Mittagszeit ist fast niemand da. Bei einer Runde über die Hügel komme ich mir vor wie im Schwanseepark in Füssen. Einzelne Bäume, Baumgruppen und Alleen entlang der Flurwege bieten immer wieder schöne Blickwinkel und Aussichten.

Nun wird es richtig herbstlich. Nachdem wir am Lac d’Annecy nicht mehr frei stehen können, durchqueren wir die große Stadt entlang der Strandpromenade und fahren hinauf nach Thônes. Hier haben wir vor langer Zeit einmal Pizza gegessen und den Ort in guter Erinnerung behalten. Der offizielle Parkplatz ist gut besucht, deshalb suchen wir uns am Le Flier unter Bäumen ein ruhiges Plätzchen. Der Regen soll nach Mittag kurz aufhören, also schnürt Peter seine Wanderschuhe und marschiert gut 400 Höhenmeter durch den herbstlichen Wald den Berg hinauf. Zweimal bieten sich schöne Blicke auf den Ort und die umliegenden Berge. Kaum zurück, beginnt der Dauerregen. Nur am späten Nachmittag spitzt die Sonne für einen Augenblick durch die Wolken.

Eigentlich wollten wir weiter auf die nahe Hochfläche fahren, doch der Blick auf die schneebedeckten Berge ringsum lässt uns unsere Pläne ändern. Stattdessen fahren wir weiter in den Süden und finden in Grignon bei Albertville einen ruhigen Platz an einem Kiesweiher. Ein längerer Spaziergang führt nach Conflans, heute ein Stadtteil von Albertville. Der kleine Ort hat sich sein mittelalterliches Flair bewahrt und kontrollierte einst den Zugang zu den Alpentälern zwischen der Schweiz, Italien und Frankreich. Erst nachdem die beiden Flüsse Arly und Isère etwas gebändigt worden waren, entstand unten im Tal Albertville.

In den Bergen soll es die nächsten Tage nur regnen und kalt bleiben, im Rhônetal scheint das Wetter etwas sonniger zu werden. So fahren wir im strömenden Regen und unter einem schwarzen Himmel über das geschäftige Grenoble zunächst bis Saint-Gervais (das wir wegen eines Lochs im Kühler nicht in so guter Erinnerung haben). Am späten Abend lässt sich die Sonne dann sogar für einen kurzen Augenblick sehen. Unter einem grauen Himmel, aber ohne Regen, fahren wir am nächsten Tag entlang der Isère weiter und finden bei Rochefort-Samson am Friedhof einen schönen Platz mit Blick auf die Felswände der Montagne de l’Épenet. Peter marschiert nicht ganz so weit. Die vorgelagerten Montagne des Ussets mit dem Pas du Loup sind ein gutes Ziel für eine Nachmittagswanderung.

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