PARCO NAZIONALE DEI MONTI SIBILLINI

Wir sind im PARCO NAZIONALE DEI MONTI SIBILLINI. Er ist 70 000 ha groß und liegt in den Regionen Umbrien und Marken. Faszinierend sind die riesigen, nun sommerlich senfgelben, Hochflächen, umrahmt von meist runden Bergkuppen und steilen Felswänden. Nur wer die Sibillinen erwandert, hat die beiden Regionen wirklich gesehen; so steht es zumindest im Reiseführer.

Wir übernachten nahe dem MONTE MONTIOLI auf 1300 m, mit einem ersten Blick auf die in der Morgensonne glitzernden ADRIA. Hier ist es trotz der Sonne erfrischend frisch, wir frieren fast bei 20 0C. Eine kleine Wanderung über die sommertrockenen Wiesen führt zum PIZZO DI META. Schafherden, sorgsam bewacht von den Hütehunden, ziehen gemütlich über die Hochfläche, die Schäfer winken freundlich dem einsamen Wanderer zu.

Eine der eindrucksvollsten Landschaften Italiens ist für uns die Hochfläche von CASTELLUCCIO, bekannt für seine Linsen, deren farbenprächtige Blüte nun allerdings schon lange vorbei ist. In den Wochen rund um Ferragosta sind jetzt natürlich viele Italiener unterwegs. War Peter 2016, kurz nach dem ersten heftigen Erdbeben, mit zwei Italienern, davon ein Geologe, unterwegs zu den je höchsten Bergen der Marken und von Umbrien, sind es nun hunderte Wanderer. Die Parkplätze sind mit PKW und Wohnmobilen überfüllt, doch wir finden etwas abseits einen lauschigen Platz fast nur für uns allein.

Kurz nach sieben Uhr fahre ich mit dem Roller zur FORCA DI PRESTA, die Parkplätze sind bereits gut gefüllt. Gute 700 Höhenmeter sind es, bei noch angenehmen Temperaturen, hinauf zum RIFUFIO TITO ZILIOLI, auf bereits 2250 m. Über steinige Stufen geht es in direkter Linie steil hinauf zur PUNTA DIE PRATO PULITO, nun schon auf 2373 m. Auf dem Grat führt der faszinierende Weg im aussichtsreichen und gemütlichen Auf und Ab über die CIMA DEL LAGO, 2422 m, weiter zur CIMA DEL REDENTORE, mit 2448 m Umbriens höchste Erhebung. Die Spuren des Erdbebens in 2016 sind immer noch sichtbar, streckenweise gibt es breite Spalten und abgerutschte Felspartien. Unter mir der blau leuchtende LAGO DI PILATO. Ein Ochsengespann mit dem Leichnam des römischen Statthalters in Jerusalem, Pontius Pilatus, soll hier in die Tiefe gestürzt sein, in den einzigen natürlichen See der Marken. Später glaubte man, dass hier der Teufel wohne und den Sterblichen Rede und Antwort stehe. Daraufhin verbot die Kirche den Zugang.

Zum krönenden Abschluss erklimme ich den höchsten Berg des Nationalparks und Umbriens, den 2476 m hohen MONTE VETTORE. Für viele Mittelitaliener ist es Pflicht, mindestens einmal auf „ihren“ Berg gestanden zu haben.

2 Gedanken zu “PARCO NAZIONALE DEI MONTI SIBILLINI

  1. Wieder großartige Landschaftsfotos … und die Kirche hat schon immer Unsinn von sich gegeben. Ich hoffe, dass die Bildung fortschreitet – auch mit Blick in die islamisch geführten und angehauchten Staaten, die Frauen bis heute Bildung vorenthalten-, damit deren Macht schwindet. Wer gebildet ist, der glaubt solchen Müll auch nicht.
    LG Francis

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