In Frankreich angekommen

Nach zwei Wochen Anreise überqueren wir die Grenze nach Frankreich. Natürlich kaufen wir in der ersten Bäckerei sogleich Baguette und Croissants ein. 

Den ersten Parkplatz finden wir im Sundgau am Rhein-Rhône-Kanal. Er wird noch immer für Privatboote instand gehalten, obwohl über 100 Schleusen die beiden Flüsse über die Wasserscheide der Burgundische Pforte verbinden. Peter dreht eine weite Radrunde über die Hügel und durch die Dörfer des geschichtsträchtigen Sundgau, die sich in Tälern und Mulden verstecken. Am Horizont zeichnen sich die Silhouetten des Schwarzwaldes, der Vogesen und unserem Ziel, des Französischen Juras ab.

Einer unserer vielen Lieblingsplätze liegt oberhalb von Vandoncourt mit Blick auf die Burgundische Pforte. Über die Wasserscheide zwischen Mittelmeer und Nordsee finden nicht nur Menschen mit Auto, Eisenbahn und Schiff ihren Weg nach Norden, sondern mit der Klimaerwärmung auch wärmeliebende Pflanzen und Tiere. Eine Tour führt unerwartet in die Schweiz, kein Schlagbaum und kein Grenzstein markieren hier die Grenze. Nicht nur der Nebel lässt die Landschaft bereits herbstlich wirken: Die Sonne steht inzwischen sehr tief am Himmel, und die Blätter an den Bäumen beginnen sich langsam zu färben. In diesem Jahr gibt es wieder viel Obst und reichlich Walnüsse. 

Gerne sind wir im beschaulichen Saint-Hippolyte, nun schon zum dritten Mal. Auch wegen der kleinen Boulangerie, die bereits um 5 Uhr öffnet und die besten Baguettes sowie einen fantastischen Apfelkuchen bietet. Ruhig können wir offiziell am gemächlich dahinfließenden Doubs parken, der für die nächsten Tage unser Begleiter sein wird. Blauer Himmel und fast sommerliche Temperaturen verwöhnen uns.

Peter wandert zur riesigen Höhle Château de la Roche, die Dimension lässt sich leider nur schwer auf dem Foto darstellen, die mit ihren glatten Wänden an das Ohr des Dionysios auf Sizilien erinnert, und weiter über die Hochfläche zum imposanten Steinbogen Arche de Liebvillers mit der Grotte du Bisontin. 

Unser nächstes Ziel ist der aussichtsreiche Platz unterhalb des Kamms von Meix Musy, den wir nach einer kleinen Irrfahrt über eine enge Straße schließlich finden. Von hier startet Peter seine Radrunde: Zuerst hinunter nach Morteau und an den Doubs, dann wieder hinauf zum Kamm zwischen Frankreich und der Schweiz, dem die Strecke ein Stück weit folgt. Die Landschaft und die Wälder werden immer farbenfreudiger und die Sonne zaubert ihr herbstliches warmes Licht. Die Runde ist anstrengend, führt über fast 1.400 Höhenmeter und teilweise über recht steile Anstiege. Der Akku des Rads ist danach fast leer. 

Wir wandeln weiter auf bekannten Spuren. Unterhalb von Nozeroy parken wir auf einem vertrauten Platz. Höhepunkt einer kleinen Wanderung ist natürlich die Source de l’Ain. Zum Ende des Jahres sprudelt sie allerdings nicht. Ihr munterer Nebenfluss, die La Serpentine, füllt jedoch ihr trockenes Bett.

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